City West im Wandel

Das Upper West hat das Westberliner Stadtbild verändert und setzt Zeichen für die „wachsende Stadt“ [Foto: Berlin vis-à-vis]

Eine Workshop-Reihe soll dazu beitragen, neue städtebauliche Anforderungen und Visionen für Lösungen zu bündeln. Der Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf und die AG City wollen sich gemeinsam um die Entwicklung im Quartier rund um den Kurfürstendamm kümmern. Im September 2017 startete dazu eine  Workshop-Reihe  unter dem Titel „Wachsende Stadt City West“. Als ein Schwerpunkt ist die notwendige Verdichtung im innerstädtischen Bereich genannt. Es sollen Lösungen gefunden werden für die Konflikte mit der Architektur der 50er, 60er Jahre und dem Städtebau der autogerechten Stadt.  „Neue Identitäten zu schaffen und bestehende Identitäten zu erhalten, das ist ein schwieriger Prozess, der mit der Stadtgesellschaft besprochen werden sollte“, so die Initiatoren. In der Gegend um den Kurfürstendamm gibt es u. a. einen großen Bedarf an Büros, Wohnungen, Einkaufsmöglichkeiten und Kultur, gefragt sind auch intelligente verkehrstechnische  Lösungen.  Ebenso gibt es ein breites Spektrum an Projekten, Visionen und Ideen, den Standort zeitgemäß zu entwickeln. Dem Gedanke dabei, die Berliner Mischung und bewährte städtebauliche Strukturen zu erhalten und behutsam mit dem Neuen zu verbinden,  soll nachgekommen werden. Es sollen aber auch Denkmalschutzbelange und neue Anforderungen an Nutzung von Architektur gegeneinander abgewogen werden. Konkrete Bauvorhaben zur Nachverdichtung wie auch Debatten um die Neugestaltung von Plätzen, konkret den Hardenbergplatz, sind in der Diskussion.  Beteiligt sind Anrainer, Investoren, Planer, Architekten und Interessenvertreter. So hat unter anderem der Architekt Helmut Jahn aus Chicago, in Berlin unter anderem bekannt für seine Entwürfe des Sony-Centers und des Kranzler Ecks, geraten, mutiger mit dem Thema Hochhäuser umzugehen. „Hochhäuser schaffen Freiräume“, so Jahn. Am Beispiel der Verdichtungspotentiale Ernst-Reuter-Platz und Breitscheidplatz, verbunden mit dem Europa-Center, hat er Ideen für neue Gebäude entwickelt und aufgezeigt, dass sie für die bestehenden, unter Denkmalschutz stehenden Häuser architektonisch, städtebaulich und ökonomisch von großem Vorteil sind.

In den kommenden Ausgaben berichten wir über neue Ideen und Pläne für die städtebauliche Entwicklung in der City West.

 

72 - Herbst 2017
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Stadt