Page 65 - Berlin vis-à-vis - Nr. 71 - Sommer 2017
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Zurück zu den Wurzeln, die liegen ein- Credo damals: Hohe Qualität, schnell,
deutig bei der Zeitung, zunächst einer kompetent und vor allem immer kun-
Schülerzeitung. Mit 13 hat er sie ausge- denfreundlich. Und das hat bis heute
tragen, dann gründete er selbst eine. Bestand. Als eine der ersten Maßnah-
„Nicht um viel Geld zu verdienen, son- men der neuen Firma brachte er einen
dern weil ich Lust hatte, etwas zu unter- Preiskatalog heraus, was Transparenz
nehmen“, sagt er. Dann nahm sein Ver- auf der ganzen Linie bedeutete und
legertum Fahrt auf und er verblüffte die Konkurrenz verärgerte. Aber das
alle. Das Uni-Journal, ein Studenten- brachte seitens der Kunden Vertrauen
Magazin, war bundesweit am Start – und Zuverlässigkeit. Fünf Jahre nach
mit einer Aufl age von 300 000 Exem- dem Start bietet „Laserline“ seine
plaren und fünf Lokalredaktionen. Da- Dienste auch komplett via Internet an,
bei kam der Herausgeber selbst kaum ein Novum in Deutschland. Und der
zum Studieren – zu viel Arbeit. An der Erfolg ist enorm. Aber nur Internet
Technischen Universität Berlin war er geht auch nicht, es muss eine Balance
im Fach Wirtschaftsingenieurwesen geschaffen werden. Das Gespräch mit
eingeschrieben – und das zehn Jahre dem Kunden ist enorm wichtig. Das
lang. In einem Seminar zum Marketing war vor 20 Jahren so und ist es auch
erkannte er, dass er nun genug studiert heute noch. Verändert haben sich die
hatte. Längst ging er in der Praxis an- Ansprüche der Kunden, schätzt er ein.
dere Wege, als in der Theorie gelehrt Der Trend gehe dahin, dass alles im-
wurde. Marktlücken erkennen und krea- mer schneller gehen und zweitens al-
tiv sein kann man nicht studieren. Dann les noch billiger sein soll. Beim ersten
eben ohne Abschluss ins Berufsleben. kann und will er gern mithalten, beim
Es war die Zeit Ende der 1980er Jahre zweiten ist er sehr zurückhaltend und
als die Computer endgültig von uns Be- bleibt bei seinen Preisen, die sich im
sitz ergriffen. Man konnte vom Schreib- mittleren Segment der Branche ansie-
tisch aus mittels Computer Druckvorla- deln. Ordentliche Arbeit muss auch or-
gen für jedwedes Produkt erstellen. dentlich bezahlt werden.
Das Desktop-Publishing (DTP) revoluti- Ganz vorn ist „Laserline“ in Sachen
onierte Satz, Layout und Druck. Umwelt dabei. Vieles hat sich verän-
Bucec hatte zu jener Zeit ein kleines dert, aber der Grundstoff für Papier
Ladengeschäft im Wedding. Ein Laser- wächst nach wie vor im Wald. Um
drucker der ersten Generation war das möglichst schonend mit dem nach-
Herzstück der Werbe- und Layout- wachsenden Rohstoff umzugehen,
agentur. Und dieser Laserdrucker war werden 90 Prozent der Materialien auf
Pate beim Namen „Laserline“. Aus je- FSC- oder Recyclingpapier gedruckt.
ner Zeit wird auch gern die Episode Eine originelle, auch für jeden Kunden
kolportiert, dass ein Mitarbeiter Bucec nachvollziehbare Aktion, an der sich
vorschlug, eine Druckerei zu gründen auch „Laserline“ beteiligt, ist: „I plant
und er ihm die Tür wies. Das änderte a tree.“ Hierbei werden von der gleich-
sich, als er selbst eine brauchte. Keine namigen Umweltorganisation Bäume
genügte seinen Anforderungen – zu gepfl anzt. Druckt man etwas bei „La-
langsam, zu unfl exibel und immer nur serline“, kann man für einen kleinen
auf die Feierabend-Uhr schauend. zusätzlichen Obolus Baumpfl anzer
Auch heute noch ist er auf manch her- werden. Und seinen Baum kann man
kömmliche Druckerei nicht gut zu sogar wachsen sehen, nämlich auf ei-
sprechen. Viele sind auf ihre Maschi- ner ehemaligen Hausmülldeponie in
nen mächtig stolz, aber sie vergessen, Wallendorf in Sachsen-Anhalt.
dass sie für ihre Kunden arbeiten.
1997 gründete Tomislav Bucec „La- Martina Krüger
serline“ mit fünf Mitarbeitern. Sein
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