Page 117 - Berlin vis-à-vis - Nr. 71 - Sommer 2017
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pischen Spielen der Neuzeit fand am
19. April 1897 die Premiere statt, und
seitdem wird ununterbrochen am Patri-
ots Day, dem dritten Montag im April,
gelaufen. Doch aus den 15 Athleten vor
120 Jahren ist eine solche Zahl Begeis-
terter geworden, dass die Veranstalter
die Bremse ziehen mussten und eine
Qualifi kation einbauten. Trotz des Bom-
benattentats vor vier Jahren, das drei
Todesopfer forderte, reißt die Begeiste-
rung für diesen Lauf nicht ab. Der Star-
Foto: © 2017 Nike ter muss in einem maximal 18 Monate
zurückliegenden Marathon eine vorge-
gebene Zeit erreicht haben, die derzeit
Beim Weltrekord-Versuch in Monza lief Eliud Kipchoge in einer Art „Lauf-Labor“ 2:00:25
weit unter vier Stunden liegt.
Eine solche Richtzeit haben die Berli-
Läufe ihre Geburtsstunde: von Berlin rückzulegen. Bei 49 Grad Hitze ner Veranstalter noch nicht eingeführt,
an die Ostsee, entlang der Elbe von Durchschnittstemperatur brauchen wohl aber ein Startgeld von 108 Euro
Dresden nach Hamburg – auch die Besten etwas über 30 Stunden, pro Teilnehmer. Und obwohl der dies-
schwimmend. Es geht aber auch här- mehr als die Hälfte der knapp 100 jährige Lauf noch nicht einmal gestar-
ter, weiter – krasser. Der Badwater- Teilnehmer kommt nicht ins Ziel. tet ist, empfehlen die Experten allen
Run lockt Leute, die ihre Grenzen Das hat mit Marathon nichts mehr zu Volkssport-Enthusiasten bereits jetzt
austesten möchten. Fast 4 000 Hö- tun. Und obwohl Berlin durch die die Registrierung für einen Platz im li-
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henmeter sind auf den 217 Kilome- Tempo-Strecke in aller Munde ist, gilt mitierten Feld für das Jahr 2018.
tern durch das Death Valley genannte Boston als Urvater der Stadtläufe.
Gebiet der kalifornischen Wüste zu- Schon ein Jahr nach den ersten Olym- Hans-Christian Moritz
Foto: © SCC EVENTS/Camera4
Der Berlin-Marathon gehört zu den größten und renommiertesten Marathonläufen der Welt
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