Page 38 - Berlin vis-à-vis - Nr. 71 - Sommer 2017
P. 38
| STADTLEBEN
gibt es in Kopenhagen, Amsterdam
38 oder in Münster. Zu den Visionären
von räumlicher Eleganz gehört der
britische Architekt Sir Norman Foster,
der für London einen transparent glei- Visualisierungen: Volksentscheid Fahrrad
ßenden „Skycycle“ entworfen hat.
Auch ein schwimmender Radweg auf
der Themse wurde diskutiert. Rad-
wege in der Höhe. Radwege, die
nachts farbig leuchten. Das Studio
Roosegaarde (NL) hat einen in der 2015 kam der Vorschlag auf, den Weg unter dem Viadukt der U-Bahnlinie 1 zu
einem Fahrrad-Highway auszubauen, auf dem man neun Kilometer abseits des
Dunkelheit schimmernden Fahrrad-
Autoverkehrs durch die Innenstadt radeln kann. Noch stehen die Pläne
weg kreiert. Eine spezielle Farbe so-
wie LED-Lampen mit Solarzellen er-
leuchten mit unzähligen Pünktchen
den Weg. Visionen.
Der Zankapfel beim Thema Fahrrad-
netz ist der Raumbedarf. Ein Feld der
Politik. Es müssen Flächen umver-
teilt werden, dabei so der „Fahr Rat“,
eine den Berliner Senat beratende In-
stitution, stünden nicht Fußwege, cken und mindestens zwei Meter schaltung. Neben der Sanierung und
sondern Fahr- oder Parkspuren zur breite Fahrradstraßen sollen das dem Neubau von 47 Kiezradwegen
Disposition. Der Autoverkehr bean- Rückgrat des neuen Radfahrnetzes noch in diesem Jahr für insgesamt 20
sprucht in Berlin 58 Prozent der Flä- bilden. Die Qualitätsfrage ist damit Mio. Euro, so Verkehrssenatorin Re-
chen, für die Fahrräder sind derzeit noch nicht tangiert, die Frage nach gine Günther, sind Radschnellwege
etwa drei Prozent reserviert. 350 Kilo- Sicherheit durch Borde, Pfl anzen, ein Hauptthema. Der „Fahrradhigh-
meter Fahrradstraßen auf Nebenstre- Kreuzungseinführung, oder Ampel- way“ ist ein Qualitätssprung im Kon-
02.08.17 14:16
VIS71_BG3.indb 38 02.08.17 14:16
VIS71_BG3.indb 38

