Page 12 - Berlin vis-à-vis - Nr. 75 - Sommer2018
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| STADT

















                                                                                     Gebäude prägten das Bild des Alexan-
                                                                                     derplatzes auch nach der Neubebau-
                                                                                     ung im Stil des sozialistischen Städte-
                                                                                     baus weiterhin wesentlich mit. Einer
                                                                                     wirklichen Platzstruktur zu folgen lag
                                                                                     damals wohl nicht im Interesse jener
                                                                                     Stadtplaner, denn bis heute wirkt er
                                                                                     zu weitläufi g, zerrissen, unurban, von
                                                                                     monotoner Architektur dominiert und
                                                                         Foto: Stadtarchiv Berlin   Wüste“ diffamiert.
                                                                                     schlechterdings gar als „sozialistische



                                                                                     wurde eine städtebauliche Lösung ge-
                         Der Alexanderplatz in den 30er Jahren. Die beiden achtgeschossi-  Bereits Anfang der 1990er Jahre
                         gen Geschäfts- und Verwaltungsgebäude (Berolina- und Alexander-  sucht, die, ähnlich wie beim Potsda-
                         haus) gehen auf einen Architekturwettbewerb aus dem Jahr 1928 zu-  mer Platz, den Alexanderplatz als öst-
                         rück, den Peter Behrens für sich entschied. Der Architekt ordnete die   liches Zentrum der Stadt aufwerten
                         Gebäude entlang des S-Bahnhofs so an, dass sie als eine Art Stadt-
                                                                                     sollte. So war es vor allem der mit
           12            tor oder Zugang zum Alexanderplatz wahrgenommen werden können  dem ersten Preis ausgezeichnete Ent-
                                                                                     wurf von Hans Kollhoff aus dem Jahr
                                                                                     1993, der diesem Anspruch zu ent-
                                                                                     sprechen schien. Er geht von klassi-
                                                                                     schen Baublocks aus, die gemeinsam
                                                                                     mit dem Alexander- und Berolinahaus
                                                                                     den Platz „räumlich fassen“ sollen,
                                                                                     umstellt von zehn Hochhäusern: „eine
                                                                                     Gebäudetypologie, die Block und
                                                                                     Hochhaus kombiniert und so dem
                                                                                     auseinanderdriftenden  Stadtraum
                                                                                     Halt verleiht.“ Dass nach diesem Ent-
                                                                         Foto: Kollhoff Architekten  dende Bauaktivität vergangen sind –
                                                                                     wurf bereits 25 Jahre ohne entschei-
                                                                                     abgesehen vom Saturn-Block –, ist
                                                                                     nicht untypisch für Berlin, kann aber
                                                                                     auch bei einem solchen Großprojekt
                         Modell von Hans Kollhoff und Helga Timmermann aus dem Jahr 1993.
                                                                                     nicht allzu sehr verwundern: Es ist
                         Der Entwurf ergänzt im Stadtgrundriss die bereits vorhandene Block-
                                                                                     nicht nur abhängig vom Engagement
                         struktur – unter Berücksichtigung der historischen Spuren und der un-
                                                                                     der verantwortlichen Stadtplaner, son-
                         terirdischen Verkehrsanlagen. Gemeinsam mit dem Alexander- und Bero-
                         linahaus soll der Platz durch die neuen Blöcke räumlich gefasst werden  dern vor allem von den Vorstellungen
                                                                                     und Forderungen potenzieller Investo-
                                                                                     ren. Zudem blies ein heftiger Gegen-
                                                                                     wind aus der gesamten Kritikerge-
















                                                                                                                    27.07.18   13:08
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