Page 47 - Berlin vis-à-vis - Nr. 71 - Sommer 2017
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VERKAUFT WERDEN
Fotos: Copyright Korinsky
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„Schnittstellen“-Installation der Brüder Korinsky
Genre spielt dabei keine Rolle. Aber eine Bedingung ist zu erfüllen, sie müssen Berliner sein. Innerhalb die-
ser Klammer ist alles möglich. Und sie spricht auch über einen großen Luxus: Der Kunstraum wirkt zwar wie
eine Galerie, aber in ihm muss nicht verkauft werden. Das eröffnet die Möglichkeit für Experimente aller Art,
die jenseits von Markt und Nachfrage liegen.
Von der gegenwärtigen Ausstellung „Schnittstellen“ des Künstlerkollektivs Korinsky ist Birgit Jammes begeis-
tert, denn sie zeige, wie Tradition und Moderne, Analoges und Digitales miteinander verbunden sind. Und sie
stehe gewissermaßen auch für die Gasag, die den Weg vom Traditionsunternehmen mit analogem Energiever-
trieb zum Energiedienstleister im Zeitalter der Digitalisierung eingeschlagen hat.
Um zu erfassen, was die drei Brüder Korinsky zeigen, muss der Betrachter sich etwas Zeit nehmen. In den Ar-
beiten geht es vor allem darum, wie Sehen und Hören auf besondere Weise miteinander verbunden sind. Hö-
ren macht auf Sehen aufmerksam und umgekehrt. In der fast Fünf-Meter-Arbeit „Digi.fl at 90-12“ sind Scan-
ner miteinander verbunden und sie rauschen auf eine beruhigende Weise gleichmäßig hin und her. Diese
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