Page 48 - Berlin vis-à-vis - Nr. 71 - Sommer 2017
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„Digi.fl at 90-12“, die schon 2012 entstand, war Ausgangspunkt für das Konzept, dass das Künstlerkollektiv
geschaffen hat. Dazu gehören drei weitere Kunstwerke, die eigens dafür entstanden sind. Gegenüber der
Wand, an der die Scanner ihre künstlerische Arbeit verrichten, nimmt ein Relief im leuchtenden Neonrahmen
die Lichtimpulse des Scanners auf. Sie heißen „Klangrelief no. 11, 12 und 13“. Dreiecke sind in den Reliefs
so angeordnet, dass sie zu einem Zentrum, vielleicht zu einem alles verschlingenden Krater führen. Die Inter-
pretation liegt, wie so oft, beim Betrachter. Die Kombination der Farben, Formen und die Plastizität haben et-
was Anziehendes. Und während man so sitzt und schaut, ist zu spüren: Da ist noch etwas. Die Bilder rufen,
geben Töne von sich, leise, aber an- und abschwellend, dann Pause, dann wieder. Jedes Relief klingt anders.
Ein angenehm leises Geräusch, als würde es nur noch vom Unterbewusstsein wahrgenommen. Die Arbeiten
locken, man lauscht ihnen, muss ganz nahe herantreten. Und so wirken die geometrischen Reliefs wieder an-
ders. Ein interessantes Spiel zwischen Bild, Ton und Betrachter.
Die drei Brüder Korinsky beabsichtigen mit ihren Arbeiten genau diese Wirkung, nämlich, mit Visuellem das
Hören und mit Akustischem das Sehen zu erweitern. Abel Korinsky erzählt, dass die Töne in den Reliefs
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