Page 26 - Berlin vis-à-vis - Heft 63 - Sommer 2015
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| STADT sich die Elektrifi zierung aller Pferde- bahnlinien durchzusetzen; die erste, die sogenannte Siemensbahn, ver- kehrte ab September 1895 zwischen Abb: © BVG-Archiv Gesundbrunnen und Pankow, wäh- rend das Pferdebahnnetz mit fünfund- fünfzig Linien seine größte Ausdeh- 1 nung hatte. Aber bereits drei Jahre später verschwanden die Pferde aus dem Berliner Stadtbild und 1907 stellten auch alle Pferdestraßen- bahnen im Umland auf elektrischen Strom um. Berlin war im Begriff, in- nerhalb von kürzester Zeit zur moder- nen Großstadt zu werden und die Stadtväter versuchten dem mit Hoch-, Untergrund- und Ringbahn sowie einem Netz von Straßenbahnenlinien, das auch die Vorstädte mit einbezog, Rechnung zu tragen. Als Berlin nach dem Ersten Weltkrieg zur drittgrößten Stadt der Welt wurde, waren aller- Foto: © Siemens-Archiv dings die voneinander unabhängigen 2 26 Betreibergesellschaften gezwungen, 1 Zweispänniger Metropolwagen Baujahr 1883. Ab 1902 Umbau zum elektrischen Bei- wagen, bis 1924/25 auf allen Linien der Berli- ner Straßenbahn im Einsatz, Verkauf nach Werder (Havel), dort bis1926 wieder als Pfer- debahnwagen genutzt 2 Die erste „Elektrische“ verkehrte nicht in Berlin, wo man der Erfi ndung skeptisch gegen- überstand, sondern ab 1881 in dem eigen- ständigen Vorort Lichterfelde, um 1900 3 Fahrplan der ersten elektrisch betriebenen Straßenbahnstrecke in Lichterfelde, 1881 Abb: © Siemens-Archiv 3 VIS63_BG2.indb 26 24.07.15 10:58
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