Page 57 - Berlin vis-à-vis - Heft 63 - Sommer 2015
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VON Sie gehören zu den wenigen deutschen Prominenten, die sich privat für Um- weltthemen, Menschenrechte und Tier- schutz massiv einsetzen, haben zwei Bücher darüber geschrieben und sind an einer eigenen, überaus erfolgreichen Fernsehdokumentation beteiligt. Man- che Medien verübeln Ihnen das. Meine Arbeit kommt beim Publikum besser an als bei einigen Medien. Das liegt auch zum Teil an der Menta- lität hier in Deutschland. Man wird ALLEM Prominenter engagiert. Oder einem schnell als Gutmensch oder Weltver- besserer belächelt, wenn man sich als wird PR in eigener Sache unterstellt. Mir geht’s nicht darum, was die Presse schreibt, sondern darum, et- was bewegen zu können. Wie erklären Sie sich negative Presse für eine gute Sache? Das betrifft ja auch nur die sogenann- ten Leitmedien hierzulande, die sich 57 einen Sport daraus machen, mich re- gelmäßig zu verreißen. Ich kann es so- ZU gelaufener Schauspieler und steht wo- gar ein bisschen verstehen, die meis- ten dieser Kollegen schreiben selbst Bücher und dann kommt so ein daher- chenlang auf der Spiegel-Bestsellerlis- te. Ein Buch über den Papst oder Frau Merkel kann da nicht mithalten. Also der berüchtigte Neid der Deutschen ... In Amerika ist das kein Thema. Als George Clooney sich für das Referen- dum im Südsudan engagiert hat, fan- den die Deutschen das toll. Wenn Jan Josef Liefers nach Syrien fährt, wird er von der Presse dafür geschlachtet, VIEL tung der deutschen Medien, die im- weil ihm unterstellt wird, PR für sich zu machen. Das ist die kranke Hal- mer mit Häme draufhauen und einem unlautere Motive unterstellen. Foto: Berlin vis-à-vis Was ist Ihr Motiv, gegen Plastik zu protestieren? Da ich Plastik für eine absolute Pest des 20. Jahrhunderts halte, die ART_Hannes_Jaennicke.indd 57 24.07.15 14:21

