Page 52 - Berlin vis-à-vis - Heft 63 - Sommer 2015
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| STREIFZUG der Zoo Duisburg AG, von 1996 bis Ok- tober 2009 war er Leitender Tierarzt und stellvertretender Zoologischer Lei- ter im Zoo Hannover. Dort arbeitete er maßgeblich am Umbau zum erfolg- reichen Erlebnis-Zoo mit – und hat von dort bestimmt die eine oder andere Idee für Berlin im Gepäck. Vor Berlin war er im Münchener Tierpark Hella- brunn tätig, zuletzt als Direktor. Er liebt – natürlich! – Tiere, ist bekennender Aquarianer. An einem schwierigen Foto: Zoo Berlin Standort wie Berlin braucht man wirt- schaftlichen Sachverstand und Ideen. Einige sollen das Leben der Tiere ange- nehmer und artgerechter gestalten. An- dreas Knieriem plant Erlebniswelten, Uganda-Giraffen und ein Flusspferd die Devise lautet: „Näher an die Tiere“. mit seinem Jungtier Und je weniger die von den Menschen merken, desto besser. In freier Wild- bahn hätten die Großstadt-Dschungel- Foto: Karl Bröseke bewohner Angstschweiß auf der Stirn, wenn sie einem Tiger begegneten, im 52 Berliner Zoo soll man, von den Raubtie- auf engem Raum auf Kacheln hin und Außengehege vergrößert. Und auch ren unbemerkt, sie von „geheimen“ her. Kein artgerechter Zustand, das Kabinen aus beobachten können. die Elefanten würden sich in einem muss geändert werden, zuerst wer- „Die Raubtiere brauchen dringend größeren Areal wohler fühlen. den, sozusagen als Erste Hilfe, die mehr Platz“, sagt der Zoo-Direktor. Im Ein moderner Tierpark braucht ein Alfred-Brehm-Haus tigern sie derzeit System, das die Besucher effi zient von Gehege zu Gehege leitet. Im rie- Orientierungssystem im Tier- sigen Tierpark sollen deshalb, wo die park Berlin in Friedrichsfelde Sicherheit gewährleistet ist, Zäune abgebaut und Sicherheitsgräben ein- gerichtet werden. Die Naturanlagen sollen künftig besser genutzt werden; Foto: www.foto-sicht.de „Brandenburger Bauernhof“, auf dem so plant Andreas Knieriem einen bedrohte einheimische Arten gezeigt werden sollen und Besucher eine Schafschur miterleben können, die Zoo-Schule soll nach Friedrichsfelde umziehen, denn dort ist mehr Platz. Vielleicht bringt das eine kleine Trendwende, im Tierpark sind 96 Pro- zent der Besucher aus dem Ostteil der Stadt, sie kommen hauptsächlich aus Foto: Ruben Gralki Lichtenberg und Marzahn-Hellers- dorf. Eine Million Menschen kommen jedes Jahr, aus fi nanzieller Sicht be- Fatou ist mit 58 Jahren der älteste Gorilla Europas und der zweitälteste der Welt. trachtet ist das zu wenig, der Tierpark Sie lebt allein im Gehege im Zoo ist defi zitär. Zu den unerfreulichen VIS_ART_Zoodirektor_Knieriem_v2_olli.indd 52 24.07.15 14:25
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