Page 14 - Berlin vis-à-vis - Nr. 71 - Sommer 2017
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| INTERVIEW
FLIEGEN ODER FLIEGEN LASSEN
CHRISTOPH MEYER (FDP) ÜBER DIE ZUKUNFT DES TEGELER FLUGHAFENS
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Foto: Ina Hegenberger
Die FDP hat sich in Berlin für die Offenhaltung des Flughafens Tegel eingesetzt und dafür viel Zuspruch aus der Bevölkerung
erhalten. Der ehemalige Fraktionschef der Liberalen in Berlin, Christoph Meyer, 41, ist Spitzenkandidat seiner Partei bei den
anstehenden Bundestagswahlen und hofft mit dem Flughafen-Thema auf Wählerstimmen und damit auch auf bessere Zeiten
für seine Partei. Meyer saß bereits neun Jahre im Abgeordnetenhaus und hat mit der 1,8-Prozent-Niederlage der FDP vor
sechs Jahren schon dunkle Stunden hinter sich. Berliner Leben sprach mit dem Politiker über den Wunsch, Berlins Innen-
stadtfl ughafen weiter in Betrieb zu halten.
Sie sind Mitbegründer der Bürgeriniti- Er bietet kurze Wege und ist schnell zu bündeln, ist längst überholt. Wir brau-
ative „Berlin braucht Tegel“, die ver- erreichen. Den Flughafen aufzugeben, chen Tegel als Ergänzung für den
hindern will, dass der alte Innenstadt- wäre ein großer Verlust für die Stadt. BER. Ein weiteres Argument für die
fl ughafen nach dem Start des künftigen Offenhaltung Tegels ist, dass es mit
Hauptstadtfl ughafens BER geschlos- Warum braucht Berlin mehr als einen der Konzentration auf den einen Flug-
sen wird. Warum hängen Sie so an Flughafen? hafen im Süden zu einer chaotischen
dem alten Flughafen? Wir können jetzt schon erkennen, Verkehrslage in der Stadt kommen
Tegel ist kein „alter“ Flughafen. Wenn dass die Kapazitäten für den BER würde. Es ist also nicht nur ein Luft-
man sich die Verkehrsinfrastruktur an- nicht ausreichen. Die damalige Ent- verkehrsthema, das dafür spricht, den
schaut, ist er ein musterhaftes Bei- scheidung, den kompletten Flugver- Flughafen offen zu halten, sondern
spiel für funktionierende Strukturen. kehr auf diesen einen Standort zu auch ein verkehrspolitisches Thema.
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