Page 50 - Berlin vis-à-vis - Heft 63 - Sommer 2015
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| STREIFZUG „Wir treffen uns bei den Elefanten!“, ruft eine junge SO Mutter mit Kinder- wagen fröhlich, nachdem sie eine Jahreskarte für den Zoo Berlin gekauft hat. Ihr kleiner Sohn quengelt. Die andere GEHT Mutter muss noch warten, es gibt eine kleine Schlange an 50 der Ausgabestelle für Jahreskarten. Es ist ZOO! ein ganz normaler Wochentag. Das sind genau die Zoo-Besucher, von Andreas Knieriem, Veterinärmedizi- denen ein Mann, der im selben Haus ner und Direktor des Zoologischen zur selben Zeit an der Zukunft von Gartens und des Tierparks Berlin. Zoo, Aquarium und Tierpark arbeitet, Während anderswo die Kinder vom träumt. angesparten Wohlstand profi tieren, Die Babys im Kinderwagen werden ir- sind es in Berlin häufi g die Gnus, Tin- gendwann einmal ihre Eltern anbet- tenfi sche, Eisbären und Orang-Utans. teln, dass sie in den Zoo wollen. Und Und wer jetzt darüber nachdenkt, ob die Eltern werden vielleicht einen Teil er die Bergziegen und Haie lieber hat Foto: Christof Rieken ihres Erbes den Tieren vermachen. 20 als die gierige Verwandtschaft: Es lohnt sich auch fi nanziell, denn die Prozent des Budgets des Berliner Zoodirektor Andreas Knieriem Zoos stammen aus den Geldern von wohltätige Überweisung ist, da es sich um eine gemeinnützige AG han- Erbschaften. So viel wie in Berlin spenden die Menschen für keinen an- delt, von der Erbschaftssteuer befreit. deren Tierpark der Welt. „Ohne sie „Die Berliner sind stolz auf ihren Zoo, wäre der Zoo gar nicht denkbar“, sagt es gehört zum guten Ton, für die Tiere VIS63_BG3.indb 50 24.07.15 16:08

