Auto News von Reinhard Wahren – Vision: Mercedes EQXX

Mercedes-Benz VISION EQXX [Foto: © Mercedes-Benz AG]

Wie sich Mercedes seine künftigen Elektromodelle vorstellt, zeigt die beeindruckende Studie EQXX. Dahinter verbirgt sich ein Versuchsfahrzeug, das als Meilenstein der Elektromobilität gilt, mit Leistungsparametern, die weit über bisherige Vorstellungen hinausgehen.

Mercedes selbst bezeichnet den Prototyp als „das effizienteste jemals gebaute Auto der Marke“. Tatsächlich beeindrucken nicht nur Design, Verbrauch, Reichweite, Ausgestaltung und Nachhaltigkeit des Interieurs, sondern der Gesamtwirkungsgrad des EQXX beträgt dazu unglaubliche 95 Prozent. Autos mit Verbrennungsmotoren erreichen dagegen höchstens einen Wirkungsgrad von rund 30 Prozent. Für diese enorme Effektivität der Elektrolimousine sorgen einerseits die gute Aerodynamik, andererseits der geringe Energieverbrauch bei sehr hoher Reichweite. So beträgt der Luftwiderstandsbeiwert gerade mal 0,17, bei den meisten Automobilen liegt er kaum unter 0,3, beim Tesla Model 3 immerhin bei 0,23.

Auffällig sowie charakteristisch für den EQXX ist seine flache, nach hinten fließende Form mit stark abfallendem Heck. Die Batterie ist zwar relativ klein und leicht, besitzt aber eine hohe Energiedichte, sodass mit einem Energieverbrauch von nur 10 kWh pro 100 Kilometer zu rechnen ist.

Für zusätzlichen Strom sorgt das mit Solarzellen bestückte Dach. Insgesamt soll der EQXX damit nahezu 1 000 Kilometer weit kommen, eine Reichweite, die alle bisherigen Rekorde bricht. Außerdem verspricht die angegebene Batteriespannung von 900 Volt sehr kurze Ladezeiten. Natürlich kann der Mercedes Vision EQXX in dieser exklusiven Form kaum in Serie gehen, sondern versteht sich als Technologieträger für zukünftige Mercedes-Modelle, in die das eine oder andere Detail des EQXX einfließen wird.

 

Porsche Taycan als GTS


E-Porsche mit Panoramadach [Foto: © 2022 Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG]

Porsche erweitert sein elektrisches Modellangebot: Im Februar kam zunächst der Taycan als GTS auf den Markt. Weitere Varianten werden folgen. Mit dem Taycan GTS zeigt Porsche erstmals ein großes Panoramadach, das auf Knopfdruck teilweise eingetrübt werden kann. Besonders die Fondpassagiere können sich so beispielsweise vor zu starker Sonneneinstrahlung schützen. Der Taycan Gran Turismo Sport ist aber vor allem eine wirkliche Alternative zum klassischen Sportwagenmodell und steht allemal für Sportlichkeit, Exklusivität und eine beeindruckende Leistung. Das allradgetriebene Modell spurtet in nur 3,7 Sekunden von null auf Tempo 100, die Spitze ist bei Tempo 250 abgeregelt. Die beiden Elektromotoren erzeugen fast 600 PS. Die Reichweite gibt Porsche mit rund 500 Kilometern an. Beim Vergleich mit ähnlichen elektrischen Sportwagenmodellen gibt es zum Taycan GTS wohl kaum eine echte Konkurrenz.

 

Neues Flaggschiff von Citroën


C5 X ist halb Kombi halb, Limousine [Foto: William CROZES @ Continental Productions]

Der Marktstart des neuen Citroën C5 X ist für dieses Jahr angekündigt. Das neue Flaggschiff führt die Tradition der großen Limousinen aus dem Hause Citroën fort, und zwar nach der zweiten Generation des Citroën C5, die 2017 in Europa auslief.
So zeigt sich der C5 X als Crossover, er vereine in seinem Design die Elemente einer eleganten Limousine mit den praktischen Eigenschaften eines Kombis und dem unvermeidlichen Auftritt eines SUV, heißt es jetzt. Für den Antrieb wählten die Citroën-Entwickler zwei Benzinmotoren mit 130 oder 180 PS und ein Plug-in-Hybrid, der den Diesel endgültig ablöst. Das Plug-in-Hybridmodell ist mit dem bereits bekannten, aber überarbeiteten Citroën Advanced Comfort Aktivfahrwerk ausgestattet, das sich an die Straßenbeschaffenheit anpasst und so im Zusammenspiel mit besseren Sitzen und einem steiferen Chassis für deutlich mehr Komfort sorgt. Darüber hinaus ist der Highway Driver Assist mit dem aktiven Geschwindigkeitsregler verknüpft und ermöglicht ein halbautonomes Fahren der Stufe zwei. Das Fahrzeug regelt damit automatisch die Geschwindigkeit, überwacht die Fahrbahn und hält die Spur. Im Plug-in-Betrieb wird die Reichweite mit rund 60 Kilometern angegeben.

 

Praktischer Allrounder


Familientaugliches Multifunktions-Fahrzeug [Foto: Charlie Magee]

Ford verbucht seit Jahren große Erfolge mit seinen Kompaktmodellen. Ford Fiesta, Ford Kuga und Ford Focus zählen zu den bestverkauften Baureihen. Doch die Marke ist auch ein erfolgreicher Anbieter von leichten Nutzfahrzeugen. Als Pkw-Version treten sie unter dem Namen Tourneo auf, wie der komplett neu entwickelte Ford Tourneo Connect, ein Multifunktions-Fahrzeug, das als Alleskönner bezeichnet werden kann: ob für Freizeitaktivitäten, Familienausflüge, für Kundenbetreuung oder für den eigenen Betrieb oder die Werkstatt als Firmenwagen. Das Konzept folgt diesem Anspruch mit großem Platzangebot, 19 Fahrer-Assistenzsystemen auf technisch hohem Niveau, mehr Komfort und mehr Sicherheit. So wird der Ford Tourneo Connect in zwei Karosserielängen angeboten: als „Tourneo“ mit kurzem Radstand L1 und als „Grand Tourneo“ mit langem Radstand L2. Beide Varianten bieten optional bis zu sieben Personen Platz sowie ein hohes Maß an Komfort und Funktionalität. Bleiben die Sitze der zweiten und dritten Reihe ungenutzt, lassen sie sich nach vorne umklappen oder ganz herausnehmen. So entsteht ein nochmals größerer Stauraum. Es gibt vier Ausstattungslinien und eine Allrad-Version. Das Motorenangebot umfasst einen 1,5-Liter-Benziner und einen 2,0-Liter Diesel mit zwei Leistungsstufen. Zu den Besonderheiten des Dieselmotors zählt das innovative „Twin-Dosing“-System, das den Ausstoß des klimaschädlichen Gases besonders wirkungsvoll senkt. Ab Mai 2022 wird der Ford Tourneo Connect erhältlich sein.

 

Audi auf neuer Plattform


Audi A6 e-tron concept [Foto: © AUDI AG]

Die Elektroauto-Strategie des Ingolstädter Autobauers sieht bekanntermaßen vier Plattformen vor, die zukünftig bei allen Modellen Anwendung finden sollen. Damit will Audi einerseits effizient fertigen, andererseits beim Modellangebot flexibel sein. Für die gehobene Mittelklasse bis hin zur Luxus Oberklasse ist die von Porsche entwickelte Premium Plattform Electric vorgesehen. Standard bei dieser PPE-Architektur ist ein Elektromotor im Heck des Autos, bei den Topmodellen befindet sich ein zweiter Elektromotor an der Vorderachse für den automatisch zuschaltbaren Allradantrieb. Die Studie Audi SUV A6 e-tron, angelehnt an den aktuellen A6, zumindest was die äußeren Abmaße betrifft, gibt schoneinmal vor, wie das erste Modell auf Premiumplattform Ende 2022 aussehen wird – und vor allem, was wirklich in ihm steckt. Denn die Studie verspricht bereits eine ähnlich gute Aerodynamik wie beim Mercedes EQS, die zu Reichweiten von über 700 Kilometern entscheidend beiträgt. Ebenso werden die neuen PPE-Modelle dank der 800-Volt-Ladetechnik mit kurzen Ladezeiten auskommen. Zehn Minuten an der Ladesäule sollen genügen, um 300 Kilometer weit zu kommen.

 

60 Jahre Ferrari 250 GTO


Der Ferrari 250 GTO zählt heute zu den teuersten Oldtimern. Hier fährt Kalman von Csazy 1963 auf dem Nürburgring [Foto: Lothar Spurzem]

Bei Auktionen 2010 für 30 Millionen US-Dollar versteigert und acht Jahre später gar für 70 Millionen Dollar erhältlich, gilt der Ferrari 250 GTO als teuerster Oldtimer weltweit. Von diesem legendären Sportwagen sind zwischen 1962 und 1964 nur 39 Exemplare gebaut worden. Angeblich stehen alle heute noch gut erhalten in den Garagen ihrer finanzstarken Besitzer. Nun wird der wohl berühmteste – und schönste Ferrari aller Zeiten 60 Jahre alt. Im Rennsport Anfang der 1960er-Jahre galt er zudem als „Wunderwaffe“, gewann zweimal die GT-Weltmeisterschaft. Das war vor allem darauf zurückzuführen, dass der Sportwagen mit nur 880 Kilogramm Gewicht von einem 300 PS- starken V12–Motor angetrieben wird. Mit Spitzengeschwindigkeiten bis zu 285 Kilometern pro Stunde war er damals konkurrenzlos. Außerdem hatte der damalige Designer die Karosserie im Windkanal entwickelt. Die so entstandene aerodynamische Form des GTO kam nicht nur der Geschwindigkeit zugute, sie fasziniert bis heute Sportwagenfans.

 

88 - Frühjahr 2022
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