Auto News von Reinhard Wahren – Wasserstoff-SUV mit neuem Tankkonzept

Foto: NamX

Ein Elektro-SUV mit Wasserstoffantrieb ist zunächst keine wirkliche Sensation, doch das französische Wasserstoff-SUV Namx HUV, erstmals gezeigt auf dem Pariser Autosalon, fand beim Publikum allerdings dann schon größere Beachtung. Denn es unterscheidet sich von den gängigen Wasserstoffmodellen allein durch die Menge des Wasserstoffs, der „getankt“ bzw. aufgenommen werden kann. Neben dem Haupttank befinden sich im Namx HUV zusätzlich sechs austauschbare H2-Kartuschen. Bei fehlender Wasserstoff-Tankstelle beispielsweise ermöglichten sie unterwegs ein unkompliziertes „Nachtanken“, vorausgesetzt, sie sind gefüllt.

Es existieren Tauschstationen bzw. entsprechende Tank- oder Verkaufsstellen auf Autobahnen mit befüllten Kartuschen. Ein derartiges Tankkonzept könnte man sich als Übergangsvariante vorstellen, bis irgendwann eine großflächigere Wasserstoff-Infrastruktur aufgebaut ist. Ein Vorteil wäre unumstritten: Sind Haupttank und Kartuschen voll gefüllt, rechnet der französische Autohersteller immerhin mit einer Reichweite des Elektro-SUV von 800 Kilometern. Zwei Varianten unterschiedlicher Leistung sollen ab Ende 2025 in den Handel kommen, deren Höchstgeschwindigkeiten mit 200 bzw. 250 Kilometer pro Stunde angegeben wird.

 

Mini-Autos für die Stadt


[Foto: © Silence Urban Ecomobility] Modell Silence 04 (Bild links) und EQ-mobil ANAIG 3000 [Foto: Wassmiller International Consulting]

Elektrische Leichtkraftfahrzeuge finden verstärkt ihren Platz im Auto-dschungel, weil sie in die kleinste Parklücke passen, abgasfrei sind und so im täglichen Stadtverkehr eine Alternative sein können. Sie haben vier Räder, ein oder zwei Sitzplätze, sind leistungsbeschränkt, wiegen höchstens 425 Kilogramm und sind in der Regel nur 45 Kilometer pro Stunde schnell. Als Elektromobile, Kabinenroller, Mopedautos oder eben Leichtkraftfahrzeuge bezeichnet, sind sie eine Art Mischform aus normalem Pkw und Moped. Auf elektrische Leichtkraftfahrzeuge spezialisierte Hersteller bieten mittlerweile ansprechende Modelle an, wie beispielsweise das Elektroauto EQ-mobil ANAIG 3000. Es ist für zwei Personen zugelassen, verfügt über eine Straßenzulassung, Herstellergarantie, EEC-Zertifikat und eine Betriebserlaubnis. Voll aufgeladen an einer normalen Steckdose oder einem 16-Ampere-Ladegerät nach etwa acht Stunden beträgt die Reichweite des Elektromobils 80 bis 120 Kilometer.

Technisch anspruchsvoller präsentiert sich dagegen das spanische Unternehmen Silence. Von Carlos Sotela 2011 gegründet, ist die Firma mit seinen Elektro-Scootern Marktführer in Spanien und das einzige spanische Unternehmen, das nicht nur seine Fahrzeuge, sondern auch seine Batterien selbst herstellt.

Längst mit Elektro-Scootern beispielsweise für Fahrzeugflotten von Unternehmen, die spanische Post und die Stadtverwaltung von Barcelona sehr erfolgreich, kommt noch in diesem Jahr das Modell Silence 04 auch auf den deutschen Markt. Ein vierrädriges, technisch anspruchsvolles Elektromobil, das vollständig vernetzt ist.

Über die „My Silence App“ lässt sich das Auto per Code freischalten – ganz ohne Autoschlüssel, ebenso der Batteriestatus abfragen, die Klimaanlage aktivieren, lüften, die Türen verriegeln, der Alarm aktivieren oder die Fenster absenken und hochfahren. Mit einem Ersatzschlüssel kann das Elektromobil auch ohne Handy gestartet werden. Um nicht von bestimmten Ladestationen abhängig zu sein, verfügt das Silence 04 über einen herausnehmbaren Akku, der ohne weiteres wie ein Rollkoffer mitgenommen und an jeder Steckdose aufgeladen werden kann. Die Ladezeit beträgt etwa sechs Stunden. Mit einer Höchstgeschwindigkeit von 90 Kilometer pro Stunde und einer maximalen Reichweite von etwa 150 Kilometern wird das technisch ambitionierte Silence 04 fast zu einem ultimativen Stadtauto. Zumal es auch einen Kofferraum von 300 Litern bietet, der für Einkäufe ausreicht, oder für alle Utensilien für einen stadtnahen Ausflug.

 

Sportlicher Luxus


Schon rein optisch verspricht er, kraftvoller als sein Vorgänger zu sein – Range Rover Sport [Foto: © Jaguar Land Rover Limited 2020]

Genauso luxuriös wie der kürzlich vorgestellte neue große Range Rover in 5. Generation ist sein sportliches Pendant, der neue Range Rover Sport. Doch dank neuer technischer Raffinessen macht seine sportliche Performance sowohl äußerlich als auch fahrtechnisch durchaus einen Unterschied. Schon rein optisch verspricht er, mindestens kraftvoller als sein Vorgänger zu sein. Denn zum einen nutzt der neue Range Rover Sport, wie auch der neue große Range Rover, die komplett neu entwickelte MLA-Flex-Plattform, zum anderen verleihen ihm aber auch neuartige, fein abgestimmte Technikkomponenten mehr Dynamik und Fahrpräzision. Die nötige Power, die bei diesem Crossover erwartet werden kann – schließlich muss ein Geländewagen auch off-road überzeugen – liefern Dieselmotoren in verschiedenen Leistungsstufen und Benziner, darunter zwei Plug-in-Hybrid-Antriebe mit 440 PS und 510 PS, die rein elektrisch bis zu 113 Kilometer weit kommen sollen. Für ausgezeichnete Off-road-Qualitäten sorgen außerdem 23 Zoll-Reifen, die „Adaptive Off-Road Cruise Control“, ein adaptiver Tempomat, ein neu abgestimmter Allradantrieb und je nach Geländebeschaffenheit vier Fahrprogramme in der Auswahl. Im Innenraum bietet der neue Sport mehr Platz, auch der Kofferraum ist etwas gewachsen. Das große Touchdisplay lässt sich haptisch bedienen. Bei einem solch qualitativ hochwertigen Offroader – neben dem Komfort zählt markentypisch bei den Briten immer noch die Geländegängigkeit – verwundern die Preise nicht: Die Einstiegsmotorisierung beginnt bei 93 Tausend Euro für den 249 PS starken Sechszylinderdiesel und reicht bis 142 600 Euro für die Topversion, den 530 PS starken Achtzylinder.

 

91 - Winter 2022/23
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