Natur Pur auf Mönchgut

Seit 1991 ist Mönchgut auf Rügen als UNESCO Biosphärenreservat anerkannt und als Naturschutzgebiet für die dort vorkommenden Tiere und Pflanzen ausgewiesen. [Foto: Stephan/stock.adobe.com]

Verträumte Dörfer mit reetgedeckten Häusern, ursprüngliche Steilküsten, lange Sandstrände und behutsam ausgebaute Rad- und Wanderwege prägen die Landschaft der Halbinsel Mönchgut, die zum Unesco-Biosphärenreservat Südost-Rügen gehört.

Wie ein grüner Farbklecks, den der Wind kurz gen Westen gepustet hat, liegt die rund 30 Quadratkilometer große Halbinsel Mönchgut mit ihren Landzungen im Wasser und trennt den Greifswalder Bodden und die Ostsee. Die malerische Landschaft ist geprägt von sanften Hügeln, Wiesen, tief eingeschnittenen Buchten, Steilküsten und Stränden. Seit 1990 ist sie Teil des Biosphärenreservats Südost-Rügen. Schon die Fahrt über die Rügenbrücke und anschließend auf der Deutschen Alleenstraße bringt gute Laune. Wo genau Mönchgut beginnt, markiert eine 2002 im Ort Baabe errichtete Tordurchfahrt. An dieser Stelle begrenzt der Mönchgraben, eine mittelalterliche Landwehr, die Halbinsel im Norden vom übrigen Teil Rügens. Hinter jeder Kurve ist eine Naturschönheit zu entdecken, vor allem, wenn das glitzernde Wasser zu beiden Seiten der Straße zu sehen ist.

Ihren Namen verdankt Mönchgut der Zugehörigkeit zum Kloster Eldena, einem ehemaligen Zisterzienserkloster im gleichnamigen Greifswalder Ortsteil. Es war das Gut der Mönche, denen der größte Teil des Gebietes durch den damaligen Fürsten auf Rügen Jaromar II übergeben wurde.

Die Halbinsel Mönchgut besteht aus mehreren Landzungen und Buchten, die den Greifswalder Bodden von der Ostsee trennen.

Nach dem Fürsten benannt ist das Hotel Resort & Spa in Thiessow. Das zertifizierte und ausgezeichnete Wellnesshotel ist eine gute Wahl für Rad- und Wanderurlaube, für nahe Strandspaziergänge und vor allem für erholsame Wellnesstage. Zwischen Bodden und Ostsee auf einer Landzunge gelegen, ist das Hotel Fürst Jaromar mit sechs kleinen Häusern von unberührter Natur umgeben. Der Garten bietet neben einem Naturteich gemütliche Strandkörbe zum Entspannen. Es gibt ein Restaurant mit deutscher und regionaler Küche. Die Ferienwohnungen, Studios und Suiten des idyllischen Anwesens sind geschmackvoll eingerichtet. Neben einer großzügigen Saunalandschaft und einem extra Schwimm- und Badebereich hält das Hotel in der hauseigenen Vital- und Kosmetikwelt vielfältige Anwendungen mit regionalen und anderen Pflegeprodukten bereit.

Ein Highlight auf Mönchgut ist das sehr gut ausgebaute Radwegenetz, was auch für ganz Rügen gilt. Direkt vom Hotel aus kann losgeradelt werden. Der Radweg führt durch den Wald entlang des Ostseestrandes: zur einen Seite in Richtung der Ostseebäder Göhren und Baabe, zur anderen über Thiessow bis zum Ende der Halbinsel. Klein Zicker heißt dieses Fleckchen Erde, eine Landzunge, von der aus der Blick über den weiten Bodden und die Steilküste reicht und herrliche Sonnenuntergänge verspricht.

Reizvoll sind vor allem die Wanderwege auf Mönchgut, da fast immer Wasser zu sehen ist, ob Bodden, Ostsee oder schmale Fließe wie die Baaber Rinne. Auf einem Spaziergang von Baabe zum Bollwerk gibt es eine gute Einkehrmöglichkeit bei „Lütt Matten“. Von diesem umgebauten Imbiss-Fischkutter aus lässt sich gut das Hin und Her der kleinen Personenfähre bestaunen, die einen nach Moritzdorf bringt (Fahrräder können mitgenommen werden). Den Treppenweg zur Moritzburg hochzusteigen, lohnt sich schon wegen der fantastischen Aussicht, auch wenn das legendäre Panorama Café geschlossen hat.

Ein Spaziergang entlang der gepflasterte Bernsteinpromenade zwischen Baabe und Göhren garantiert einen ständigen Meerblick. Für eine längere Wanderung bietet sich der Weg am Großen Strand von Göhren in Richtung Süden an. Die Strecke beträgt etwa 12 Kilometer.

Die malerische Landschaft ist geprägt von Wiesen und Hügeln und lädt zu langen, erholsamen Spaziergängen an der frischen Meeresluft ein.

Boddenseitig befindet sich das Naturschutzgebiet Mönchgut. Das unter Denkmalschutz stehende Örtchen Groß Zicker ist ein guter Ausgangspunkt für Wanderungen und hat neben einem kleinen Hafen eine der hübschesten Kirchen Rügens vorzuweisen, eine kleine gotische Backsteinkirche. An der Kopfsteinpflasterstraße dorfauswärts steht eines der ältesten Häuser Rügens: das Pfarrwitwenhaus, ein Lehmfachwerkhaus von 1723. Dahinter beginnt das hüglige Naturschutzgebiet der Zickerschen Berge mit der höchsten Erhebung der Halbinsel von 69 Metern. Die Kurverwaltung Mönchgut hat zusammen mit dem Biosphärenreser-vatsamt Südost-Rügen einen Audio-Guide entwickelt, der per Smartphone an 14 Stationen entlang der ausgewiesenen Wanderwege zusätzliche Informationen gibt. Die „Panoramarunde“ dauert gut zweieinhalb Stunden. Etwas mehr Zeit ist für die benachbarte Landzunge Reddevitzer Höft einzuplanen, die vor allem gut mit dem Rad zu erkunden ist.

Wer eine Tour in Göhren beginnt bzw. dort enden lässt, für den lohnt es sich, einen Teil der Strecke mit dem „Rasenden Roland“ einzuplanen. Nicht nur Kinder lieben die Fahrt mit der alten Eisenbahn, deren Wagen teils fast 100 Jahre alt sind. Die Dampflok ist meist schon zu hören, noch bevor sie zu sehen ist.

Barbara Sommerer

 

Information

„Fürst Jaromar“
Wellness & Spa Ressort
www.jaromar.de
www.mein-moenchgut.de

Ausflugs- und Fährverkehr:
Boddenrundfahrten, Robbenfahrten, Fähren, Linienverkehr
www.weisse-flotte.de/fahrplan/ruegen-faehre

 

80 - Herbst 2019
_allesfinden_