Warum spielen Sie Golf?

„Für mich ist Golfen jedesmal wie ein kleiner Urlaub“, Heinz Fink, Präsident in Kallin, spielt ab und zu auch in Motzen [Foto: Berlin vis-à-vis]

Golfen verbindet. Und, wer Golf spielt, ist erfolgreicher im Beruf, heißt es in Unternehmerkreisen. Die Ruhe auf dem Golfplatz hilft dabei, zu entspannen und in einem Flight unterwegs zu sein, erfordert manchmal Managerqualitäten. Golfen ist anspruchsvoll und braucht viel Training, wenn man Fortschritte machen will. Berlin vis-à-vis trifft regelmäßig Unternehmenslenker zu einer Golfrunde im Golfclub Motzener See. Diesmal Heinz Fink, Vertriebsleiter bei der Firma Buderus und Präsident des Golfclubs Kallin.

Wie lange spielen Sie schon?

Vor 16 Jahren kam unser damaliger Vorstand auf die Idee, Golfturniere für unsere Kunden auszurichten. Da ich die Reden halten sollte, entschied ich mich, die Platzreife abzulegen. Zu diesem Zeitpunkt war es noch nicht absehbar, wie sehr mich der Golfsport faszinieren würde und dass ich mal Präsident im Golfclub Kallin sein werde.

Erinnern Sie sich an Ihren besten Schlag?

Ein Hole-in-one, wovon jeder Golfer träumt, war mir bisher nicht vergönnt. Aber ein Albatros ist mir einmal gelungen, also drei Schläge unter Vorgabe. Leider war das nicht im Rahmen eines Turniers, sondern in einer privaten Runde – es war aber trotzdem ein sehr erhabenes Gefühl.

Macht Sie Golf beruflich erfolgreicher?

Um mit Spaß und Erfolg Golf zu spielen, braucht es Disziplin, Konzentration, psychische und mentale Stärke,  und man lernt Demut. Hinzu kommt die körperliche Fitness, all das, was auch im Berufsleben wichtig ist. Golfen dient auch der Regenerierung von Geist und Seele und es macht besonders Spaß, wenn man mit netten Leuten den Tag verbringen kann.

Was ist ihre wichtigste Strategie auf dem Golfplatz?

Bei der Privatrunde stehen der Spaß und die Kommunikation im Vordergrund, im Turnier geht es darum, möglichst gut zu spielen. Da heißt es, sich mit dem Platz vertraut zu machen und die Topografie zu studieren. Der durchschnittliche Golfer benötigt bei 18 Loch 36 Pats und mehr. Meine Strategie und mein Ziel ist es, eine 18er Runde mit maximal 26 Pats zu spielen.

Können Sie innere Ruhe bei diesem Sport finden?

Ja, Golf ist der perfekte Sport, um abzuschalten. Man muss sich bei den Schlägen voll konzentrieren und ist dann wie in einem Tunnel. Dazu kommt die Bewegung an der frischen Luft, in der Regel in wunderbaren Kulturlandschaften. Für mich ist Golfen jedes Mal wie ein kleiner Urlaub.

Was lehrt Sie der Golfsport fürs Leben?

Auf dem Golfplatz ist es egal, ob Sie Rentner, Unternehmer, Manager oder Millionär sind. Hier stehen die sportlichen und die empathischen Werte im Vordergrund, die Etikette und ein höflicher Umgang.

Wie profitieren Sie für Ihr Unternehmen?

Ich habe auf dem Golfplatz noch nie ein Geschäft gemacht, das ist auch nicht mein Ziel. Man lernt aber viele nette Menschen aus den unterschiedlichsten Branchen kennen. Dadurch erweitert sich nicht nur der eigene Horizont, sondern auch das Netzwerk. Wer sich beim Golfen gut versteht, mit dem kommt man in der Regel auch geschäftlich sehr gut aus. Meistens verfolgt man ja die gleichen Ziele.

Hatten Sie schon einmal richtigen Ärger in einem Flight?

Richtig Ärger noch nicht, allerdings gibt es ab und zu auch mal Mitspieler die das Spiel zu ernst nehmen und dadurch wird dann unnötiger Druck aufgebaut. In dem Fall versuche ich, die Spannung etwas herauszunehmen und sage: „Leute genießt den Tag, wir betreiben ein sehr schönes Hobby und wir sollten uns wegen überzogenem Ehrgeiz den Tag nicht vermiesen.“

In der Politik hierzulande ist Golf weniger angesehen. Obama und Trump lieben Golf. Würden Sie deutschen Politikern zum Golfspielen raten?

Ja, auf jeden Fall! Golf ist in der heutigen Zeit kein Elitesport mehr und kostet in der Regel nicht mehr als die Mitgliedschaft in einem Fitnesscenter. Golf bietet aber viel mehr. Man wird geerdet, auf seine eigenen Fähigkeiten reduziert. Das Delegieren funktioniert beim Golfsport nicht und ganz wichtig, man lernt Demut. Ich bin davon überzeugt, wenn mehr Politiker Golf spielen würden, könnte sich der ein oder andere Politiker auch wieder besser auf seine eigentlichen Aufgaben konzentrieren. Und damit wieder näher beim Bürger sein und eine bürgernahe Politik umsetzen zu können.

Welche Tipps haben Sie für jemanden, der mit Golf beginnt?

Erst einmal überlegen, was man will: Ist man eher der sportliche Spieler oder steht das Freizeitvergnügen mit Freunden im Vordergrund? Danach sollte man sich den entsprechenden Club und den passsenden Trainer aussuchen. Doch Vorsicht, wenn es plötzlich „plopp“ macht, Golf hat großes Suchtpotenzial.

Danke für das Gespräch.

 

76 – Herbst 2018
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Sport, Golf