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Berlin bekommt ein hölzernes Rund-Theater nach Shakespeare’schem Vorbild [© Büro Roland Schuhmann]

Das Globe Berlin wird ein neuer Schauplatz für Schauspiel, Wortkunst und Weltmusik. Die Baugenehmigung, Erbpachtvertrag und Betriebserlaubnis vorausgesetzt, kann der aus Schwäbisch Hall stammende hölzerne Theaterbau voraussichtlich im Herbst 2019 aufgebaut und 2020 bespielt werden. Das Haus hat dann Platz für ca. 600 Besucher. Der Rundbau ist Shakespeares legendärer Open-Air-Arena nachempfunden, in der sich vor über 400 Jahren ein Querschnitt der Londoner Bevölkerung zusammenfand, um Begegnung, Bildung und Unterhaltung an einem verbindenden Ort zu erleben.

Die Faszination eines Globe Theaters besteht darin, dass die Bühne an drei Seiten sowie auf drei Ebenen vom Publikum umgeben ist, und dieses so das Geschehen aus unmittelbarer Nähe erleben kann.

Initiator und Geschäftsführer des Globe Berlin ist Christian Leonard, Regisseur, Schauspieler und Shakespeare-Übersetzer. Er ist Gründer der Shakespeare Company Berlin und war für diese 20 Jahre als Künstlerischer Leiter und im Vorstand tätig.

Im Jahr 2016 nutzte er die Gelegenheit und erwarb den hölzernen Theaterrundbau aus Schwäbisch Hall, finanzierte den Abbau sowie den Transport, um nach 20 Jahren Vorarbeit seine Vision eines „Globe-Theaters für Berlin“ zu verwirklichen.

Doch bevor es soweit ist, wird eine Prolog-Saison vom 1.6. bis zum 14.9.2019 unter dem Motto „Utopie & Illusion“ einen Vorgeschmack auf das Globe-Programm geben. Den Auftakt macht ROMEO & JULIA / DIE FREMDEN von William Shakespeare in der Regie von Christian Leonard. Die Inszenierung wird auch in einer englischen Fassung zu sehen sein. Am zukünftigen Standort – nahe der Spree, an der Sömmeringstraße in Charlottenburg – sind drei Theater-Premieren, Weltmusik-Konzerte und Gastspiele auf einer provisorischen Freilichtbühne, der „Prolog-Bühne“ mit 300 Plätzen geplant.

78 - Frühjahr 2019
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