Fit und gesund: Auf die Plätze – Über die Freuden des Draußen-Trainings

Das Tempelhofer Feld bietet Freizeitläufern eine schöne und einfache Joggingstrecke von sechs Kilometern [Foto: DARRAY, shutterstock.com]

Ob Yoga, Kung Fu, Joggen oder Workouts auf einer der zahlreichen Fitnessanlagen in den Bezirken – in Berlin gibt es immer mehr Möglichkeiten, sich sportlich im Freien zu betätigen. Berlin ist eine Sportmetropole. Wettkampfstätten, Sportevents und der Spitzensport können sich international sehen lassen. Auch der Freizeitsport breitet sich immer weiter aus. Mehr als eine halbe Million Berliner ist in Vereinen organisiert. Und etwa noch einmal so viele treiben in der Stadt individuell Sport – auf öffentlichen Sportanlagen oder in einem der über 2 500 Parks und Freiflächen der Stadt. Rund 30 Prozent der Fläche Berlins bestehen aus Wäldern, Parks und Grünflächen. Fast alle Sportarten, ob klassisch, Fun- oder Trendsport können outdoor betrieben werden. Läufer, Skater, Beachvolleyballer, Fußballer sind genauso präsent wie Calisthenics-Anhänger, Sportler, die das Training mit dem eigenem Körpergewicht schätzen.

Welche Sportart am besten vor der Haustür trainiert werden kann, hängt von der Wohnlage und den eigenen Vorlieben ab – Möglichkeiten gibt’s vom Freiwasserschwimmen über Tennis bis hin zum Reiten. Allerdings dominieren hauptsächlich Läufer und Jogger das Stadtbild.

Die Vorteile des Draußen-Trainings sind nicht nur die frische Luft und der Spaß. Es ist ein zwangloser Sport ohne Vertrag und Termin, der für jedes Alter und jedes Trainingsniveau geeignet ist. Man kann Freunde dabei haben oder Kinder im Schlepptau und sie zur Bewegung anregen und für den Sport begeistern. Im Mittelpunkt stehen neben dem eigentlichen Sport die persönliche Fitness und der gesundheitliche Aspekt. Der Kopf ist wieder frei und ganz nebenbei wird bei dem, zum größten Teil, kostenlosen Vergnügen das Immunsystem gestärkt.

Vor dem Start

Wer sich draußen bewegt, sollte immer darauf achten, dass Schuhe und Kleidung dem Wetter angepasst sind. Bei Feuchtigkeit besteht die Gefahr des Ab- oder Ausrutschens. Diese Erfahrung macht jeder, der in den frühen Morgenstunden trainiert. Ein paar Sporthandschuhe dabei zu haben, kann nicht schaden, wenn die Geräte im Freien kalt und taunass sind. An Werktagen eignen sich Sportplätze und Parks in Wohnnähe. So lässt sich ein Training gut in den Alltag integrieren und mit einem Lauf kombinieren. Empfehlenswert ist es, sein persönliches Reset-Programm vorauszuplanen, um Stress zu vermeiden. Bei manchen Sportanlagen wie den neuen Outdoort-
rainingsparks gibt es Spitzenzeiten. Und das heißt dann: anstehen.

Training, Trainer und Kontrolle

Aufwärmen, ganz egal, in welcher Sportart trainiert wird, ist wichtig. Dazu gehören Dehn- und Streckübungen sowie ein lockerer Einstieg und eine leichte Steigerung des Programms. Schwitzen ist erwünscht. Auch das Herz-Kreislaufsystem sollte immer mal wieder beansprucht werden, aber ohne zu übertreiben. Es ist gesünder, die Leistung nur langsam zu steigern. Ein guter Indikator ist stets das momentane persönliche Empfinden, nicht der Blick zu anderen Sportlern. Eine zusätzliche Kontrolle des eigenen Leistungs- und Gesundheitszustandes ermöglichen verschiedene Apps fürs Smartphone. Die abzubildenden Daten reichen von Schritt- und Entfernungsangaben bis hin zur Herz-Kreislaufkontrolle. Außerdem gibt es Apps, die passend zu den verschiedenen Sportarten Trainingsprogramme und Übungen vorschlagen, an das Training erinnern und internationale Rankinglisten führen. Rhythmus ist für viele schon das halbe Training und die Basis, um in seinen Flow zu kommen. Ein Personaltrainer oder ein Sportpartner aus dem Freundeskreis können auch gute Freizeittrainer sein. Ein fester Termin und der soziale Austausch sind charakteristische und wichtige Komponenten für ein dauerhaftes und zwanglose Outdoor-Training.

Erfolgsgeheimnisse

Sport und Training im Freien kosten nichts. Um noch besser und erfolgreicher zu werden, bieten sich Gruppen, Kurse und Workouts mit Profis an. Sie sind als Einzelstunden oder länger buchbar, müssen jedoch meist bezahlt werden. Passende Angebote findet man schnell über die Internetsuche. An vielen Freizeit-Hotspots gibt es auch Aushänge dazu. Manchmal sieht man eine Gruppe trainieren, die den eigenen Blick magisch anzieht. Das ist Ihre Gruppe! Viele Trainings finden meist in den Morgen- und Abendstunden statt und reichen von Tai-Chi über Marathonvorbereitung bis hin zu Bootcamps. Einfach nachfagen. Dann steht dem eigenen neuen Freizeitglück nichts mehr im Weg.

Barbara Sommerer

 

Tipps für den Sport im Freien

Tempelhofer Feld
Platz für viele Sportarten und viele Menschen. Auch nach oben. Kein Baum weit und breit, deshalb unbedingt Sonnenschutz auftragen und
in der kälteren Jahreszeit an warme
Kleidung denken.
Öffnungszeiten: 6.00 bis 20.30 Uhr

Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark /
Prenzlauer Berg
Sportkomplex von überregionalem Stellenwert
Profi Tartanbahn für Läufer; Fußballfelder zur freien Verfügung;
Tai-Chi unter Bäumen; Lauf- und Bootcampgruppen; schöner
Durchgang zum Mauerpark
Öffnungszeiten: 8.00 bis 21.00 Uhr

Kronprinzessinnenweg /
entlang der Avus
Skatestrecke im Grunewald
4 Kilometer lang, 5 Meter breit, Asphalt unter Bäumen
Achtung: am Wochenende
wegen hoher Frequenz nicht für Anfänger geeignet
Öffnungszeiten: rund um die Uhr

B-Part Sports / Park am Gleisdreieck
Neuer Outdoortrainingspark für
jedermann, konzipiert von Turnlegende Philipp Boy
Fitness-Parcours für Anfänger
und Profis; Workout-Flächen; Turngeräte und Stepboxen;
Öffnungszeiten: rund um die Uhr

Rudolph-Wilde-Park /
Stadtpark Schöneberg

Liegestütze, Sprünge, Workouts,
Intervalltraining –
alles ist möglich. Kurse mit Profitrainern.
Öffnungszeiten: rund um die Uhr

Sport im Park /
die perfekte Seite für ganz Berlin
Weitere Informationen, gut sortiert nach Parks, Sportarten und Terminen
auf der Internetseite des Berliner
Senats:
von Gerätetraining über Teamsport
bis Körperbalance, Standortplan inklusive: www.sportimpark.berlin.de

 

82 - Frühjahr 2020
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