Solartechnik mit Dachverstand

In Zukunft soll ein Viertel des Strombedarfs Berlins aus Solarenergie gedeckt werden [Foto: Cloudi GmbH]

Das Dach ist die Krone des Hauses. Es ist nicht nur ein technisch und ästhetisch wichtiger architektonischer Aspekt, sondern auch als handwerkliches Element von großer Bedeutung. Denn es schützt das ganze Gebäude vor dem Eindringen von Feuchtigkeit und so vor dem Verfall. Wer das Dach obendrein noch mit Solartechnik zur Energiequelle ausbaut und nach Möglichkeit begrünt, hat alles richtig gemacht – auch vor dem Hintergrund des kürzlich verabschiedeten Berliner Solargesetzes, mit Hilfe dessen die Solarpotenziale auf den Dächern Berlins nutzbar gemacht und mehr urbane Lebensräume auf Dächern geschaffen werden sollen.

Auch Berlin reagiert auf die Herausforderungen des Klimawandels und will sich in den nächsten Jahrzehnten zu einer klimaneutralen Stadt entwickeln. Als Konsequenz des im März 2020 beschlossenen „Masterplan Solarcity Berlin“ und zur Erreichung der Klimaziele soll das große Solarpotenzial besser genutzt werden, um spätestens 2050 ein Viertel des Strombedarfs der Hauptstadt aus Solarenergie zu decken. Die Solarpflicht für alle Neubauten und für den Bestand bei grundlegender Dachsanierung kommt ab 2023. Firmen, die schon früh die Zeichen der Zeit erkannten, haben nun Wettbewerbsvorteile.

Das Traditionsunternehmen Gresidach im Berliner Süden begeht schon seit langem zukunftsgerichtete Wege beim Errichten und Sanieren sowie Erneuern von Berliner Dächern. Die nun auch per Gesetz festgeschriebene Schaffung urbaner Lebensräume auf den Dächern unserer Stadt ist dem Unternehmenschef Steffen Gresitza schon seit vielen Jahren oberstes Anliegen: „Mit Hilfe von Photovoltaik wird Strom erzeugt, der dann im ganzen Haus genutzt werden kann. Die Vorteile liegen auf der Hand: solarbetriebene Anlagen haben eine hervorragende Ökobilanz. Sie sind schadstoffarm und recycelbar und schonen so die Umwelt. Darüber hinaus ist die eigene Energieversorgung per Solaranlage auf dem Dach natürlich auch günstiger. Man ist Selbstversorger und kann sogar überschüssigen Strom ins öffentliche Netz einspeisen. Dafür bekommt man eine Vergütung vom Netzbetreiber. Außerdem wächst die Unabhängigkeit, wenn man seinen Strom selbst produziert.“ Solaranlagen und Dachbegrünungen lassen sich bestens miteinander kombinieren. Für das Gebäude wirken sie wie eine natürliche Klimaanlage und unterstützen die Wärmedämmung. Das ist nicht nur zweifach gut fürs Klima, sondern es schafft auch wertvollen Lebensraum für Pflanzen und Tiere sowie weitere Synergieeffekte – vorausgesetzt, Planung und Ausführung sind fachgerecht.

Das Unternehmen des Dachdeckermeisters Steffen Gresitza ist in ganz Berlin und Brandenburg tätig, hauptsächlich in der Wohnungswirtschaft und speziell für Flachdächer, die dank ihres geringen Neigungswinkels ideal für die Installation von Solarmodulen sind. Gresitza, der auch als Bezirksmeister der Landesinnung des Dachdeckerhandwerks Berlin für Tempelhof-Schöneberg aktiv ist, will für seine rund dreißig festen und freien Mitarbeiter ein fairer und fördernder Chef sein. „Wir legen großen Wert auf Entfaltungs- und Entwicklungsmöglichkeiten unserer Teammitglieder. Ich bin stolz darauf, dass wir im Unternehmen nicht nur qualitätsbewusst und sozial agieren, sondern dass der Umgang miteinander wirklich familiär ist. Das gilt ebenso für die vielen Mitglieder unseres großen Experten-Netzwerks“, so Gresitza.

Der typische Arbeitsprozess umfasst viele Schritte, die mit Sachverstand und Sorgfalt ausgeführt werden wollen. Zunächst müssen die Gegebenheiten am Gebäude überprüft und der Kunde in einem konstruktiven Dialog beraten werden. Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Inspektion der Dachkonstruktion, der Statik und der Druckfestigkeit, die für eine Umnutzung durch Solar und Grünauflast selbstverständlich höher sein muss. Die Fachleute setzen bei der Dachbegutachtung und beim Dachaufmaß auch Drohnen ein. Wenn alles in Augenschein genommen, durch eine Bauteilöffnung untersucht und abschließend bewertet wurde, erfolgt die Analyse des Bauprojekts als Grundlage der Umsetzung.

Auf immer mehr Häuserdächern sind mittlerweile Solaranlagen erbaut oder in Planung, sodass Gresitza aufgrund guter Auftragslage im kommenden Jahr eine Dependance im brandenburgischen Ludwigsfelde eröffnet. Die Schwerpunkte werden dort neben der Solartechnik – für die Steffen Gresitza eine ausgewiesene Expertin des Metiers, eine sogenannte Solateurin, zur Seite steht – auch serieller, modularer Holzbau sein, bei dem Raummodule vorgefertigt und dann auf der Baustelle zusammengefügt werden, sowie Dachbegrünung. Diese spielt bei Lösungen rund ums Dach neben Dachdeckerei, Dachklempnerei und Dachzimmerei eine wichtige Rolle.

Für Steffen Gresitza sind diese Aspekte rund ums Dach mehr als seine Schutzfunktion: „Wir können das alles von der Pike auf und lieben unsere Arbeit. Das Dach eines Hauses ist so wichtig. Es muss nicht nur dicht sein, sondern viele andere Aspekte erfüllen. So ist etwa die Gefällegebung wichtig, damit der Wasserabfluss vernünftig funktioniert. Essenziell sind außerdem die Hitze- und Kältebeständigkeit der verwendeten Materialien. Und eben die energiesparende und wärmedämmende Dachnutzung durch Photovoltaik, also Solartechnik, sowie eine schöne Dachbegrünung, die ja heute zur nachhaltigen Bauweise moderner Architektur gehört und viel für die Lebensqualität tut. Ich wünsche mir einfach Sensibilität für das Thema und einen pfleglichen Umgang mit unseren Dächern, damit Solar noch populärer wird und gut und lange funktioniert. Am besten gesagt: ich wünsche mir Dachbewusstsein und Dachverstand.“

Edith Döhring

 

86 - Herbst 2021
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