Zukunft City West

Die westliche City im Fokus von Mobilität, umweltgerechter Versorgung, Bebauung und sozialem Miteinander [Foto: Haddenhorst]

Die Sogwirkung der Städte und besonders ihrer Zentren ist ungebrochen. Viele Menschen schätzen die Lebensqualität der Metropolen der Welt, ihre Vielfalt, die Authentizität, die Spannung zwischen Tradition und Moderne und nicht zuletzt ihre Wandlungsfähigkeit. Auch Berlin gehört seit langem zu den aus diesen Gründen stark angestrebten Orten. Die Infrastruktur der Hauptstadt und ihrer Bezirke muss jedoch mit den Bedürfnissen der Bürger und Besucher Schritt halten. Hier zeigen sich Probleme wie eine alternde Infrastruktur, wachsender Verkehr und eine nicht immer nachhaltige Energieversorgung. Wie schafft man es, ein Stadtzentrum hinsichtlich Mobilität, umweltgerechter Versorgung, Bebauung und sozialem Miteinander optimal zu verwirklichen und dabei seinen Charakter zu erhalten?

Seit Kurzem machen sich in einem neuen Verbund berufene Menschen Gedanken über eine gelungene Zukunftsgestaltung des Bezirks Charlottenburg-Wilmersdorf. Das WerkStadtForum City West sieht seine Aufgabe im Dialog mit einem fachlich breit aufgestellten Teilnehmerkreis und der Erarbeitung gemeinsamer Ziele und Strukturen für die City West. Die Bedürfnisse der Stadt werden kontinuierlich in einem Workshop-Format diskutiert, das zu Handlungsempfehlungen für ein notwendiges Leitbild führt und in konkreten Umsetzungsempfehlungen für zukünftige Bauprojekte mündet. Das auf Initiative des Bezirks Charlottenburg Wilmersdorf, der AG City e.V., der IHK, dem VBKI und dem Werkbund gegründete Kuratorium beurteilt und genehmigt Projekte jedoch nicht, das ist allein Aufgabe des Bezirks.

Mitglieder des Kuratoriums sind unter anderem: Oliver Schruoffeneger (Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung, Bau-en und Umwelt Charlottenburg-Wilmersdorf),  Gottfried Kupsch (Vorstand AG City e.V.), Jochen Brückmann (IHK), Michael Knoll (VBKI), Tim Heide (Werkbund), Andreas Schulten (bulwiengesa), Christoph Langhof (Langhof Architekt), Stefan Jäckel (ST raum a.), Dr. Sebastian Seelig (BüroHappold Engineering), Prof. Dr. Wolfgang Schäche (Beuth Hochschule), Dr. Matthias Blessing (Fachanwalt für öffentliches Baurecht), Stephan Allner (DIE WOHNKOMPANIE), Benedikt Scholler (Drees & Sommer).

Der erste Workshop mit rund 40 Vertretern der Stadtgesellschaft fand bereits statt. Es diskutierten Repräsentanten unterschiedlicher gesellschaftlicher Gruppen, aus Unternehmen, Politik, Verbänden, Kirchengemeinden und Universitäten. Erste Ziele und Strukturen wurden erarbeitet. Die Ergebnisse der Treffen sollen von einer breiten Mehrheit getragen werden können. Neben der räumlichen Orientierung auf die City West und ihre Bedeutung für die Gesamtstadt wurde eine Vielzahl von Themen angesprochen: Verkehr und Mobilität, Wohnen und Versorgung, Stadtökologie wie neue Gebäudestrukturen, Freiräume und Stadtgrün, Denkmalschutz, Kultur, Medien, Gewerbe sowie die Entwicklung des Tourismus. Ziel aller Überlegungen ist, das Stadtleben attraktiver zu gestalten und die Aufenthaltsqualität zu verbessern – unter Wahrung der Identität des Bezirks.

Edith Döhring

 

80 - Herbst 2019
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