Marketing in Zeiten der Krise

Heiko Mehnert und Stephen Paris (v. l.) [Foto: Simon Cornils]

Frühjahr 2020. Die Corona-Krise versetzt die Hauptstadt und den Rest Deutschlands in eine Schockstarre. Eine Berliner Agentur erfindet sich in dieser Zeit neu. Mit Heiko Mehnert und Stephen Paris über ihre neue gemeinsame Agentur mehnert / paris sprach Eve-Catherine Trieba. 

Heiko Mehnert, Sie waren acht Jahre Geschäftsführer der brand campus® Marketingagentur. Wie haben Sie Stephen Paris kennengelernt und warum haben Sie sich entschlossen, ab sofort geschäftlich gemeinsame Wege zu gehen?

Heiko Mehnert: Stephen hatte sich 2018 als Freelancer im Bereich Grafik Design bei uns beworben. Als das Portfolio von ihm auf meinem Platz lag, wusste ich sofort: So einen Mann brauchen wir. Seine kreative Handschrift, seine Designsprache und die Fähigkeit, mit Können, Geschmack und purer Gestaltung hinter das Werk zurückzutreten, das hat mich begeistert. Stephen war von Anfang an eine ideale Ergänzung dessen, was schon da war. Und er hat vieles mitgebracht, was wir schon immer haben wollten. Da war es nur konsequent, nach vielen gemeinsamen Jobs, die wir mit ihm als Freelancer gemacht hatten, den Schritt zur gemeinsamen Agentur zu gehen.

Wo liegen die Stärken von mehnert / paris?

Heiko Mehnert: Mit einer Agentur, die schon ein paar Jahre alt ist, ist es wie mit einer Ehe: Man ist aus einem bestimmten Zeitgeist heraus entstanden, verliert aber nach einigen Jahren das Junge, das Innovative. Zwischen Stephen und mir liegen 20 Lebensjahre – und das ist genau richtig so. Wir bringen verschiedenen Ansätzen den nötigen Respekt entgegen, können aber zugleich inhaltlich und gestalterisch Neues wagen. Stephen hat Kunden mit in die Agentur gebracht, die ich selbst nie bekommen hätte: zum Beispiel den VfB Stuttgart oder die Fantastischen Vier. Wir verjüngen uns von innen heraus und zeigen neue Wege und Möglichkeiten auf. Gerade in der aktuellen Krisensituation ist das ein großer Vorteil.

Wie hat die Corona-Pandemie die Arbeit innerhalb der Agentur verändert?

Stephen Paris: Da wir im Frühjahr 2020 ohnehin mit der Zukunft befasst waren, sind wir mit den erzwungenen Veränderungen so positiv wie möglich umgegangen und haben als Team eine große Offenheit an den Tag gelegt. Wir waren bereit, etwas Neues zu wagen und sind mit wehenden Fahnen vorausgegangen. Von heute auf morgen haben wir gelernt, neue Dinge umzusetzen und innovative Tools zu nutzen. Aus der gebotenen Vorsicht heraus konnten wir positive Impulse setzen. So werden die individuellen Räume des Einzelnen noch mehr geachtet und wir setzen mehr denn je auf ein nachhaltiges Konzept mit Zukunft.

Sie wollen künftig auch eigene Produkte entwickeln, wie kam es dazu?

Stephen Paris: Wir wollen nicht nur Dienstleister sein, sondern auch ein Gamechanger: Gemeinsam mit anderen Begeisterten etwas richtig Gutes kreieren. Den Anfang hat die Mund-Nasen-Maske gemacht, die wir zusammen mit Uli Beck und Michi Beck von den Fantastischen Vier für ihr Label „Beck to Beck“ gestaltet haben. Ein extrem hochwertiger Shot mit BTTR („Back to the Roots“) aus Kreuzberg ist in Arbeit. So verbindet sich unsere Kompetenz mit echter Leidenschaft und wir können im Kleinen etwas zum Guten verändern – im Büro, zu Hause und im Alltag.

 

83 - Sommer 2020
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