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Altbau-Charme und Industriearchitektur

Es ist das älteste noch erhaltene Wohngebäude von Prenzlauer Berg: 1858 wurde das Vorderhaus in der Schönhauser Allee 55 als Sommersitz erbaut; im Hinterhaus befand sich einst eine Wäschefabrik. Heute finden sich hier Wohnungen, Lofts und Künstlerateliers mit einem Mix aus Altbau-Charme und Industriearchitektur, die überwiegend zum Verkauf durch die David Borck Immobiliengesellschaft stehen.

Die wechselhafte Geschichte des nun sanierten Hauses wurde 2009 von Künstlerin Ingrid Göttlicher als überdimensionales Kunstwerk an eine Wand im Innenhof geschrieben. Nach der Sanierung erneuerte die Künstlerin nun mit Unterstützung der Bauherren die Geschichte – schließlich sollen auch die neuen Bewohner der Lofts und Altbauwohnungen daran erinnert werden, dass sie nicht nur in einer hippen Gegend, sondern auch im ältesten Haus des Bezirks residieren.

77 - Winter 2019
Stadt

„Als Baum würde ich auswandern“

Bäume im Winter wirken wie feine Zeichnungen in der graubunten Stadt. Aber bald schon wieder öffnen sich Knospen zu Blüten oder Blättern, wird zartes zu sattem Grün. Die Blüten und Blätter geben den filigranen Gestalten Opulenz. Grün im Überfluss. Schatten und Kühle. Das beredte Rascheln. Vorher noch tauchen die japanischen Zieräpfel und weißblühenden Pflaumen die wintermüden Straßen in ein duftiges Schaumbad. Christian Hönig, Referent für Baumschutz beim Umweltverband BUND sagt aber: „Mich faszinieren mehr die Ahorne. Das Neongrün. Wenn sie blühen, beginnt für mich der Frühling in der Stadt.“ 

Bäume erfreuen nicht nur im Frühjahr, vielmehr prägen sie generell die „Lebensqualität und das Wohlbefinden der Menschen. Sie werten Straßen und Plätze auf, verbessern spürbar das Klima und sind eine Voraussetzung für ein gesundes ökologisches Gleichgewicht. Kurz: Bäume sind ein entscheidender Faktor für eine lebenswerte Metropole Berlin“, sagt Stefan Tidow, Staatssekretär für Umwelt und Klimaschutz. 433 000 Straßenbäume wachsen in Berlin. Das sind etwa achtzig pro Kilometer. Allerdings sind sie ungleich verteilt. Die grüne Stadt hat ihre grauen Zonen: Derweil der Stadtbezirk Steglitz-Zehlendorf Baum-Spitzenreiter ist und mit sechzigtausend Exemplaren über die meisten und auch ältesten verfügt, sieht es in Neukölln und Friedrichshain-Kreuzberg deutlich magerer aus. Marzahn-Hellersdorf kann mit über dreiundvierzigtausend Bäumen als grüner Bezirk gelten. Laut Statistik der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz Berlin, gibt es dabei Überraschungen: In Neukölln wachsen mit knapp zweitausend Exemplaren mehr Eichen als in Steglitz, wo wiederum über zweiundzwanzigtausend Linden beheimatet sind und sich immerhin auch mehr als dreitausend Birken wohlfühlen. Kulturhistorisch interpretierbar ist auch die geringe Anzahl von Platanen in Neukölln, die sich auf neunhundertdreiundsechzig Bäume beschränkt. 

Um den Straßenbaumbestand zu erhalten, hat der Berliner Senat im Jahr 2012 in Zusammenarbeit mit den Bezirken die Kampagne „Stadtbäume für Berlin“ ins Leben gerufen. Im Rahmen der Initiative wurden bis zum Herbst 2018 bereits über eine Million Euro Spendengelder eingenommen und fast neuntausend zusätzliche Straßenbäume gepflanzt. In diesem Frühjahr geht es wieder ran an die Spaten: Etwa sechshundert Bäumen werden in Mitte, und eben dringlicherweise auch in Kreuzberg und Neukölln sowie in Schöneberg eingesetzt. Die Pflanzung eines Straßenbaumes kostet ca. zweitausend Euro. Die ersten drei Jahre Pflege inbegriffen. 

Wie geht es den Bäumen nach dem letzten Sommer? 

Bäum signalisieren ihren Unmut und werfen mal schnell die Blätter ab, das aber sind temporäre Zeichen einer Mangelversorgung. Bleibende Schäden wie eine mangelnde Resistenz gegen Pilzbefall zeigen sich erst in ein, zwei Jahren. Besorgniserregend reagieren Eichen, die über Dürrejahre hinweg keine wasserführenden Gefäße mehr ausbilden und langsam vertrocknen. Mit guter Pflege, Wässern und Düngen, könnten Bäume im Allgemeinen aber gut in den Klimawechsel gehen; allerdings gibt es auch massive Störfaktoren. Streusalz gilt nach wie vor als „Baumkiller Nr. 1“, so bestätigen es Senats- und BUND-Baumschützer. 

Die Linde ist ein Berliner Wahrzeichen. Nicht allein die prominente, aber dauerbaustellengeplagte Ost-West-Achse „Unter den Linden“ wird durch den robusten Laubbaum geschmückt, der auch deshalb so häufig angepflanzt wurde, weil er eine erstaunliche Selbsterneuerungsfähigkeit aufweist und auch Rückschnitt gut verträgt. „Als Baum würde ich auswandern“, sagt Derk Ehlert, ehemals Berlins Wildtierbeauftragter und nun Pressereferent beim Senat. „Der Betondruck, die Lichtkonkurrenz, Schürfungen durch Fahrräder und Autos, Dürre, Starkregen, Staub, Salz, alles zusammen sind doch recht unwirtliche Bedingungen“. Die vermutlich älteste Linde aus dem Jahr 1680 steht daher auch im Schlosspark Glienicke, einer Oase für Baum und Mensch. Die absolute Alterspräsidentin ist allerdings keine Linde sondern eine europäische Lärche. Die „Burgsdorff-Lärche“ am Mühlenweg im Tegeler Forst. Sie wurde 1795 gepflanzt und ragt etwas über zweiundvierzig Meter hoch. Etwa sechshundert solcher Naturdenkmale sind im Onlineregister des BUND Berlin aufgelistet. Die prachtvollen Exemplare sind mit Passfoto, Namen und Standort vermerkt. Manche verfügen neben ihrer botanischen Bezeichnung noch über Kosenamen, die auf Geschichte und eine besonders emotionale Baum-Mensch-Beziehung verweisen. Im Fall der „Dicken Marie“, einer vierhundertfünfzigjährigen Stieleiche aus dem Tegeler Forst, ehrten die Gebrüder Alexander und Wilhelm von Humboldt eine dralle Köchin aus dem nahen Tegeler Schloss. Ebenso imposant ist eine fünfundzwanzig Meter hohe Platane. Die Schöne mit der ahornblättrigen Krone befindet sich in Friedrichsfelde gegenüber dem Tierpark. Ihr Alter wird auf dreihundertfünfzig Jahre geschätzt. Sie war einst Bestandteil einer Platanenanpflanzung auf dem ehemaligen Rittergut von Johann Carl Sigismund von Treskow (1787–1846). Aber auch der verdichtete Stadtraum kann zu einem besonderen Standort werden, wenn ein Häuserblock vor Nordwinden schützt und die Fassade bis in die Nacht gespeicherte Sonnenwärme abstrahlt. Urbane Klimataschen gewähren an unvermuteten Orten selbst exotischen Bäumen gute Chancen. Man muss nur losgehen und sich überraschen lassen von der botanischen Vielfalt an der Spree.

Anita Wünschmann

 

77 - Winter 2019
Stadt

Auf Linie

Der Norweger Hans-Christian Bauer hat die klassischen Rillenvasen des Dänen Svend Hammershøi neu interpretiert. Svend Hammershøi war ein bedeutender dänischer Keramiker. 55 Jahre seines Lebens arbeitete er für das Familienunternehmen Kähler in Næstved auf Seeland. Besonders seine gigantischen Rillenvasen aus rotem Ton wurden berühmt. Bald 70 Jahre nach seinem Tod hat der Produktdesigner Hans-Christian Bauer Hammershøis Stilistik aufgenommen und entwirft von der Vase bis zum Speisegeschirr alles, was auf den Tisch gehört. „Diese Linien!“, schwärmt der junge Norweger. Es ist seine Erinnerungsarbeit für ein großes Vorbild.

Hermann J. Kähler (1808–1884), der Firmengründer, war ein Töpfer aus Heiligenhafen. 1839, als Holstein noch ein Herzogtum der Dänen war, machte er sich mit seiner Familie auf nach Næstved ins Königreich, wo er eine kleine Keramikwerkstatt eröffnete. Nicht nur die Herstellung kunstvoller Kachelöfen gehörte forthin zu den Aufgaben von Kähler und seinen Nachkommen, auch auf das Töpfern von feiner Tonware wie Gefäße und Fliesen mit glasierten Oberflächen verstand er sich. Die historischen -italienischen Vorbildern nachempfundene rubinrote Glasur machte Furore. Die in sein Atelier hinzugekommenen verschiedenen Künstler schufen vollendete Formen und Dekorationen.

Bedeutende dänische Jahrhundertwendemaler wie Laurits Andersen Ring oder Hans Andersen Brendekilde hinterließen Tonware mit ihren Motiven. Stadt- und Landschaftsmaler, vor allem aber ein großer Formgestalter war Svend Hammershøi (1873–1948). Von 1883 an bis zu seinem Tod blieb er seinem Meister und den nachfolgenden Generationen verbunden. Während der Weltausstellung 1889 in Paris wurde er mit einer Goldmedaille bedacht. Ein historisches Foto aus dem Firmenarchiv zeigt einen blonden Hünen im weißen Hemd mit schwarzem Wams vor einer riesigen Vase, als wolle er sie zärtlich umarmen. Mit Nachdruck prägte er die Rillenoptik und die voluminöse Form. Er brannte die rote Erde in kleinem Feuer. Das gab ihr am Ende einen samtigen, etwas rauchigen Anschein.

Hans-Christian Bauer studierte Indus-triedesign an der Kunsthochschule Kopenhagen. Der 1980 in Oslo Geborene arbeitete ein Jahr lang als Produktmanager bei Kähler und fand sich bald rein. „Ich liebe deren Historie und wie man damit arbeitet“, verrät er. Die große Vase von Hammershøi hatte es ihm gleich angetan. Die tiefen Rillen waren auch ein haptisches Erlebnis. „So was hat doch Charakter!“ Jetzt ist Bauer Kählers Designer am Bildschirm, nicht mehr wie einst an der Töpferscheibe, aber nicht weniger kreativ.

Die Riesenvase inspirierte ihn zu handlicheren bauchigen Riffelvasen verschiedener Größen in winterlichen nordischen Pastellfarben wie Petrol, Eisblau, Borkengrün, Puderrosa oder Kieselgrau. Dazu entwarf er gedrungene Kerzenhalter, standfeste Becher und das Tafelgeschirr. Die so typischen Rillen in den altweißen Tellern verlaufen sich im Zentrum und verhindern, dass der Löffel in die Suppe gleitet. Die Keramik liegt etwas schwer in der Hand und ist trotzdem elegant. Hergestellt wird sie in Thailand.

Bauers Hammershøi-Familie wächst und gedeiht. Sie ist auch eine Hommage an den alten Meister. Seit Kurzem lässt Bauer die berühmte große Bodenvase in einer etwas kleineren Version wieder auferstehen. Die Linienoptik findet sich auch auf dem keramischen Pfropf einer Pfeffermühle, deren Körper aus Eiche gemacht wurde. Gläserne Vorratsgläser und Karaffen haben den gleichen Verschluss in verschiedenen Farben. Das ist nicht nur schön, man kann ihn auch gut anpacken. Gebrauchskeramik im besten Sinne.

Zu Hammershøis Zeiten waren alle Gefäße noch rein handwerkliche Töpferware. Industrielles Handwerk wird es heute genannt. „Persönlichkeit und Kunstverstand sind trotzdem extrem wichtig“, findet Jesper Holst Schmidt. „Nur unsere Vergangenheit müssen wir nicht extra neu erfinden.“ Sie ist längst da. Jesper ist der Geschäftsführer des Unternehmens, das 1974 nach vier Generationen Kähler in andere Hände ging. 2008 stand es vor dem Bankrott. Da erwarb es Frantz Longhi und schöpft seitdem sehr erfolgreich aus einem wahren Kulturschatz vergangener Künste.

Longhi aus dem jütländischen Aarhus ist Architekt und Unternehmer mit italienischen Vorfahren. Ästhetik ist ihm wichtig. In der von Wikingern gegründeten Stadt am Kattegat befindet sich auch der einzige dänische Flagship-Store seiner Firma mit ausschließlich „hausgemachten“ Produkten. Ein weiteres Geschäft wurde im norwegischen Oslo eröffnet. Außerdem gehören Longhi drei Restaurants. Mitten in Kopenhagens Vergnügungspark im „Kähler i Tivoli“ sitzt der Gast auf dänischen Vintagestühlen im Schein berühmter Pendelleuchten und speist von original Kähler-Tellern. In Aarhus empfangen „Kählers Spisesalon“ und das Fine-Dining-Restaurant „Kähler Villa Dining“ Gäste. Natürlich kommt hier die hauseigene Keramik zum Einsatz.

Aber auch am Firmensitz Næstved ist die Zeit nicht stehen geblieben. Dort, wo alles begann, denn Næstved war einst das keramische Zentrum Dänemarks. Das kann man besonders gut im kleinen Museum im mehr als 700 Jahre alten Heiligengeist-Haus sehen. Der größte Teil der Ausstellungsräume ist Kählers Keramik und seinen Künstlern gewidmet. Eine eindrucksvolle bunte Sammlung von Gefäßen und Kachelöfen. Manche der Vasen, Kummen und Kruken von Hammershøi sind grauweiß glasiert. Die typischen Riefen zeigen schwarze Kanten. Nur die antike kindshohe Vase sucht man vergeblich. Frantz Longhi hat sie irgendwann auf einer Auktion erstanden, und seitdem tourt sie durch die Ausstellungen der Welt.

Die betagten Gebäude aus der Jahrhundertwende, wo Hammershøi und seine Künstlerkollegen einst arbeiteten, stehen noch. Am Rande von Næstved werden wurden die „Kählerbakken“ genannten Backsteinhallen mit den keramischen Bildtafeln restauriert. Im 178. Jahr nach des holsteinischen Keramikers Ankunft in Dänemark wurde alles fertig. Die Büros aus dem Stadtkern zogen um und Ausstellungsräume zeigen nun die alten und die neuen Künste, auch Hammershøis Bodenvase, diesmal aus der Hand von Bauer.

Inge Ahrens

 

Information
www.kahlerdesign.com

 

77 - Winter 2019

Meatless Monday – Ex-Beatle als Klima-Botschafter

Paul McCartney lebt seit über 40 Jahren fleischfrei und hat seine Kinder vegetarisch aufwachsen lassen. Der Tiere und Umwelt wegen und um einen gesunden Lebensstil zu pflegen, erklärt der Musiker in seinem neuen Buch „Less Meat Less Heat“, erschienen im Claudius-Verlag. 

Das aus einer Rede vor dem Europäischen Parlament 2009 bestehende kleine Buch beschreibt anschaulich und fundiert, was unser Fleischkonsum mit der Erderwärmung zu tun hat. Und er liefert ein Rezept, wie jeder persönlich darauf Einfluss nehmen kann, das Klima zu verbessern. Seine Botschaft: Nur ein Tag in der Woche ohne Fleisch würde helfen, die persönlichen Emissionen zu senken. Es wäre ein erster Schritt, zum Beispiel jeden Montag auf tierisches zu verzichten. Das Buch beinhaltet auch einen kurzen Rezeptteil mit Lieblingsspeisen des Ex-Beatle. 

Schon lange engagieren sich berühmte Popstars und Schauspieler für eine tier- und umweltfreundliche Ernährung. Arnold Schwarzenegger mahnt Fleischkonsum als Top-Klimakiller. Für Bryan Adams sind seit 1988 Tiere keine Nahrungsmittel mehr.

 

77 - Winter 2019

Dieter Kosslick verabschiedet sich mit einem erfolgreichen Festival

Zum Publikumstag am 17. Februar strömten noch einmal zahlreiche Zuschauer in die Kinos, um Festivalhighlights aus allen Sektionen zu erleben. Mit rund 335 000 verkauften Tickets – d. h. einer leichten Steigerung im Vergleich zum Vorjahr – und einem vielseitigen Programm war die Berlinale 2019 ein großer Publikumserfolg, dessen Höhepunkt die feierliche Preisverleihung am 16. Februar im Berlinale Palast bildete.

Bei der Abschlussgala wurde Synonymes (Synonyme) von Nadav Lapid mit dem Goldenen Bären für den Besten Film ausgezeichnet. Während der zehn Festivaltage wurde der Goldene Ehrenbär an die Schauspielerin Charlotte Rampling verliehen und die Berlinale Kamera an die Regisseurin Agnès Varda, die Produzentin Sandra Schulberg, den Regisseur Herrmann Zschoche und den langjährigen Leiter der Sektion Panorama, Wieland Speck.

Mit der Berlinale 2019 nimmt Berlinale-Direktor Dieter Kosslick nach 18 Jahren Festivalleitung Abschied. Die Bilanz dieser Zeit: knapp fünf Millionen verkaufte Tickets, rund 7 000 Filme im Programm und 164 Bärenpreise.

77 - Winter 2019
Magazin

It’s Showtime

Unter dem Motto „Hotels in Bewegung“ wurde Anfang Februar Im Intercontinental Berlin der „Hotelier des Jahres“ gekürt. Der begehrte Branchenpreis ging nach Mainz an das Favorite Parkhotel, ein Familienunternehmen. Den Special Award erhielt Jens Sroka von den Heimathafen Hotels. Unterhaltungs- und Lebenskünstler Friedrich Liechtenstein präsentierte als Elevator Man die Doorshow des Aufzugherstellers Schindler, der neben Hapag Lloyd Hauptsponsor des Abends war. 

Diese Auszeichnung gilt als Branchen-Oscar und wird seit 30 Jahren von der AHGZ, der Allgemeinen Hotel- und Gastronomie-Zeitung, einmal im Jahr vergeben. Durch den Gala-Abend mit rund 1 000 Gästen führte Moderatorin Judith Rakers. 

Das Motto der diesjährigen Veranstaltung war „Hotels in Bewegung“. Denn zu den großen Herausforderungen auf dem Hotelmarkt gehören laut AHGZ die Digitalisierung sowie die Auseinandersetzung mit Internetanbietern wie Airbnb.

Neues und Konstantes miteinander zu verbinden, darum geht es. Einer, dem das besonders gelingt, ist Jens Sroka. Von seinem Laudator als Hotelvisionär bezeichnet, erhielt er für seine innovativen Ideen, die Heimathafen Hotels,  den Special Award. Srokas Hotel-Konzepte („Bretterbude“ oder „Light House“) sind modern, originell, lässig, nah am Meer und an den Menschen.

Begleitet von Standing Ovations nahm die Familie Barth den Preis „Hotelier des Jahres“ entgegen. Anja und Christian Barth und Seniorchef Eberhard  Barth sind geschäftsführenden Gesellschafter des Favorite Parkhotels. Seit fast 47 Jahren in Familienhand, hat das Haus heute 145 Zimmer und 14 Konferenzräume. Die Jury hatte in diesem Jahr bewusst den Fokus auf Familienhotels gelegt, einen wichtigen Pfeiler der Branche. Laudator Rainer Brüderle, ehemaliger Bundesminister und FDP-Politiker, bezeichnete Familienbetriebe als „das Herz des Mittelstandes“. Sie seien es, die den Mut zum Risiko hätten.

Rolf Westermann, Juryvorsitzender und Chefredakteur der AHGZ, lobte das Favorite als „Familienbetrieb erster Güte“. Viele Tugenden kämen hier zusammen: „Familientradition, Zusammenhalt, Respekt, gelungene Weitergabe an die nächste Generation, Engagement für die Mitarbeiter, moderne Ausrichtung und insgesamt ein anspruchsvolles Haus.“ Gerührt und stolz sagte dessen Gründer und Seniorchef Eberhard Barth, dass er trotz der zwischenzeitlich 16 Millionen Euro Schulden immer gut schlafen konnte, „schließlich hatte ich eine Frau an meiner Seite, die mich in jeder Situation gerettet hat und außerdem hatten wir beide eine gemeinsame Idee.“

Neben Hapag Lloyd war der Aufzughersteller Schindler Hauptsponsor des Abends und stand ebenfalls im Rampenlicht. Und zwar mit dem Musiker und Performer Friedrich Liechtenstein. Bekannt geworden als der Mann aus der Edeka-Werbung, die ihm den Ruf des coolsten Berliners einbrachte, trat Flaneur Liechtenstein an diesem Abend passenderweise als „Elevator Man“ auf. Als dieser stand er 2018 in der RTL-Show Supertalent zusammen mit „Lobby Boy“ Liam Mockridge auf der Bühne. Jetzt päsentierte Liechtenstein Schindlers „Doorshow“, eine weltweit neue Werbe- und Informationsplattform direkt an der Aufzugstür. 

Barbara Sommerer

 

77 - Winter 2019
Magazin