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"Raus! Raus! Raus!"

Sie gingen barfuß durch die Lande, trugen lange Haare, Leinenkittel und Wanderstab. Verteilten kleine Traktate oder Gedichte. Gern luden sie auch am Lagerfeuer zu Kreistanz und Gesang. Gustav Gräser, Friedrich Muck-Lamberty und Gustav Nagel gehören zu den bekanntesten frühen Naturgurus, charismatischen Wanderpredigern und Lichtpropheten. Die Jahre von 1900 bis 1930 war ihre Zeit, die Zeit des Wandervogels und der freien Liebe. Es entstand ein Markt für Fleischersatzprodukte, weit geschnittene Reformkleider und Jesus-Sandalen. „Raus! Raus!

64 - Herbst 2015
Kultur

Heilung aus dem Nichts

Sie ist eine Placebo-Geschichte, wie sie im Buche steht: Lessings Ring-Parabel. Welches ist der echte Ring von dreien? Der weise Richter urteilt: „Es eifre jeder seiner unbestochnen/ Von Vorurteilen freien Liebe nach!/ Es strebe von euch jeder um die Wette,/ Die Kraft des Steins in seinem Ring‘ an Tag/ Zu legen!“   

64 - Herbst 2015

40 Jahre Spielbank Berlin

Am 12. September kamen nicht wenige illustre Gäste zusammen, um diesen runden Geburtstag mit einer großen Gala zu feiern. Viele von ihnen begleiten die Spielbank Berlin, die ihren Hauptsitz seit 1998 am Potsdamer Platz hat, schon seit vielen Jahren. Die Besucherzahlen steigen stetig, derzeit werden die insgesamt fünf Standorte in der Hauptstadt von 2 000 Spielern täglich besucht. Hausherr und geschäftsführender Gesellschafter Günter Münstermann konnte den Abend dann auch mit prominenten Gästen wie Formel-1-Legende Niki Lauda, Schwimmerin Britta Steffen, Diskusikone Robert Harting, Turmspringer Patrick Hausding, Musiker Frank Zander und Innensenator Frank Henkel verbringen.

64 - Herbst 2015

Berlin-Macher

Dass Berlin dazu verdammt ist, immerfort zu werden und niemals zu sein, wusste schon im Jahr 1910 der Publizist und Kunstkritiker Karl Scheffler. Ein oft zitierter Satz, der noch heute gilt. Umso mehr sind Menschen gefragt, die vor oder hinter den Kulissen etwas bewegen und die Stadt ein Stück voranbringen. Wir stellen sie in jeder Ausgabe vor, die Berlin-Macher. Diesmal Neil MacGregor.

64 - Herbst 2015

Wir sind gewachsen

20 Jahre GfWOB (Gesellschaft für Wohnungsverwaltung und Objektbetreuung).

Ein voller Arbeitstisch. An der Wand ein Foto vom Golfturnier mit einem Spitzenklassespieler, das eigene Haus aus der Vogelperspektive. Der Überblick ist es auch, der die Sicht des Geschäftsführers Andreas Otto auf seine tägliche Arbeit seit 20 Jahren prägt. Der Auftraggeber und sein Objekt stehen im Mittelpunkt, rundherum zieht er seine Bahnen. Grundsympathisch und raumfüllend.

64 - Herbst 2015

Die Entdeckung der Langsamkeit

Die Maaßenstraße in Schöneberg ist Berlins erste Begegnungszone. Und sie ist ein Experiment. Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt hat mit Unterstützung des Bezirks Tempelhof-Schöneberg die Straße zwischen Nollendorfplatz und Winterfeldtplatz so umgebaut, dass die Fußgänger mehr Raum haben. Damit setzt der Senat ein Pilotprojekt seiner 2011 beschlossenen Fußverkehrsstrategie um – eine Strategie, die das Zufußgehen in der Stadt befördern soll.

64 - Herbst 2015
Stadt

Küchenphilosophie

Nehmen wir mal an, dass ein Mensch in Deutschland grob geschätzt 80 Jahre alt wird und jeden Tag für die Zubereitung seiner Speisen, zum Essen und zum Wiederaufräumen cirka drei Stunden benötigt, dann steht und sitzt er im Laufe seines Lebens ungefähr 87 600 Stunden in der Küche. Das sind zehn Jahre ohne Schlaf. Natürlich schwankt diese Zahl bei jedem Einzelnen. Meist steht nur einer am Kochherd und auch die Kinder kochen noch nicht wirklich.

64 - Herbst 2015

Beziehung mit Vollgas

„Hey, wir woll´n die Eisbär´n sehn!“ Seit dem 11. September hämmert dieser Song der Puhdys wieder durch die Arena am Ostbahnhof. Mit dem ersten Spiel begann für die Eisbären und die Gasag eine Jubiläumssaison in der Deutschen Eishockey-Liga. Dabei scheint die einprägsame Vereinshymne der beliebten Ost-Rocker den Fans vor den Partien schon seit Menschengedenken einzuheizen.

64 - Herbst 2015

Der große Traum des Tankerkönigs

Spätestens an der 15. und 16. Bahn greift die viertausendjährige Geschichte dieser südgriechischen Region unmittelbar ins Spiel ein: Neben dem 15. Grün, und nach dem nächsten Abschlag sogar bis ins beginnende Fairway hineinreichend, sind mehrere etwa 20 Meter breite und bis zu 80 Meter lange blaue Planen gespannt, die man für die Abdeckungen einer Gemüseplantage halten könnte. Doch daneben warnen schlichte Holzschilder: „Archaeological Dig – no entry!“ Willkommen im Land der Antike!

64 - Herbst 2015

Architektur der lebendigen Stadt

Berühmt geworden vor allem durch das filigrane Zeltdach des Münchner Olympiastadions verlieh man dem Architekten Frei Otto posthum den Pritzker-Preis, den Nobelpreis der Architekten. Auch in Berlin hat er Spuren hinterlassen. In Tiergarten wurden im Rahmen der Internationalen Bauausstellung 1987 Maisonette-Wohnhäuser errichtet, die jeweils Einzelbauherren und ihre Architekten individuell geplant haben: die Ökohäuser vom Landwehrkanal. Wie lebt es sich heute dort?

64 - Herbst 2015

Neubau für mehr Wohnqualität

Neukölln hat sich mittlerweile vom traditionellen Arbeiterviertel zum begehrten Wohnbezirk entwickelt. Allein in den vergangenen fünf Jahren sind die Mietpreise stark gestiegen. Bei Neubauprojekten sind daher Widerstände von Bürgerinitiativen und die Angst einer Gentrifizierung oft vorprogrammiert. Berlin vis-à-vis sprach mit Uwe Springer, Vorstand des WBV Neukölln, und dem Architekten Sven Blumers. Gemeinsam entwickeln sie in Neukölln ein Neubauprojekt für verschiedene Generationen.

64 - Herbst 2015

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